Viele Tote bei Kämpfen zwischen Armee und Rebellen im Ostkongo

    7. März 2013, 16:45
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    Tausende auf der Flucht

    Kinshasa - Im Osten Kongos sind bei anhaltend schweren Kämpfen zwischen Armee und Rebellen viele Menschen, darunter auch Kinder, getötet worden. Der Ort Kitchanga wurde schwer beschädigt. Hilfsorganisationen sprachen von einer dramatischen Situation für die Zivilbevölkerung.

    Kitchanga in der Provinz Nord-Kivu sei ein Ort der Zerstörung und das dortige Rotkreuz-Team stehe unter Schock, teilte das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) am Donnerstag in Genf mit. Eines der zwei Spitäler von Kitchanga sei von Granaten getroffen worden.

    Bei den Kämpfen seien zahlreiche Menschen getötet oder verletzt worden, Militärs wie auch Zivilpersonen. Darunter befänden sich auch sehr junge Kinder. Helfer hätten die sterblichen Überreste von 68 Personen geborgen.

    Sorge um Zivilbevölkerung

    Die Mehrheit der Einwohner Kitchangas und der Umgebung sei geflohen. Das IKRK zeigte sich sehr besorgt über das Ausmaß der Gewalt in einer Region, die schon hart getroffen worden sei von dem Konflikt, wurde der IKRK-Delegationschef in der Demokratischen Republik Kongo, Franz Rauchenstein, zitiert. Das IKRK appellierte erneut an die Konfliktparteien, die Zivilbevölkerung zu verschonen.

    Auch die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) zeichnete ein düsteres Bild von der Lage im Osten Kongos. Tausende Kongolesen seien in der Provinz Nord-Kivu auf der Flucht, darunter vor allem Frauen, Kinder und ältere Menschen, teilte MSF gemäß der Nachrichtenagentur dpa am Donnerstag mit.

    Angriffe nehmen zu

    Wer zu krank oder schwach sei, um davonzulaufen, suche Schutz in provisorischen Camps im Dorf Kitchanga. "In der Regenzeit wächst dort die Gefahr von verschiedenen Krankheitsausbrüchen, darunter Cholera und Lungenentzündungen", sagte MSF-Koordinator Corry Kik.

    Seit vergangenem Montag hätten die Angriffe wieder zugenommen, hießes. Viele Häuser im Zentrum von Kitchanga seien in Brand gesetzt und zerstört worden, darunter auch das MSF-Büro. Mitarbeiter der Organisation seien rund um die Uhr im Einsatz, um Verwundeten zu helfen. MSF berichtete von 85 getöteten Zivilpersonen und über 140 Verletzten.

    In dem Gebiet kämpfen die kongolesischen Streitkräfte gegen die "Allianz der Patrioten für einen freien und souveränen Kongo" (APCLS). Die Miliz war zuvor von der Armee ausgerüstet worden, um die Rebellen der Bewegung M23 zu bekämpfen. Sie war dann aber ausgeschert und richtet sich nun selbst gegen die Regierung. (APA, 7.3.2013)

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