Parteien und Organisationen: Warum es den Frauentag braucht

7. März 2013, 13:57
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Wirtschaftsbund will flexible Arbeitszeitmodelle, Frauenring kritisiert Obsorgeregelung

Wien - Im Vorfeld des diesjährigen Internationalen Frauentags haben am Donnerstag zahlreiche Politikerinnen aller Parteien und Organisationen auf die Probleme aber auch Erfolge aufmerksam gemacht. Der Österreichische Frauenring etwa nannte in einer Aussendung fünf Gründe, "warum es den Frauentag braucht".

Frauen verdienen in Österreich durchschnittlich knapp 24 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen, auch sind sie in Spitzenfunktionen unterrepräsentiert, so Christa Pölzlbauer, Vorsitzende des Frauenrings. Auch die neue Obsorgeregelung sei aus frauenrechtlicher Perspektive problematisch und Sexismus im Alltag sowie Gewalt gegen Frauen seien immer noch die Realität. "Am Weg zur tatsächlichen beruflichen und privaten Gleichstellung von Männern und Frauen gibt es noch viel zu tun", stellte Pölzlbauer daher fest.

"Die Tendenz stimmt"

Die Wirtschaftskammer-Generalsekretärin Anna Maria Hochhauser meinte, der 8. März sollte "nicht ein Tag des Jammerns sein, sondern ein Tag des Feierns". Sie verwies etwa darauf, dass bereits jedes dritte Unternehmen von einer Frau geleitet wird. Noch größer sei deren Anteil bei Unternehmensgründungen mit knapp 41 Prozent. Auch in der Chefetage steigt der Frauenanteil: "Die Tendenz stimmt, das Tempo sollte aber höher sein."

Der Wirtschaftsbund forderte anlässlich des Frauentags anstelle einer Quotendiskussion flexible Arbeitszeitmodelle und einen Rechtsanspruch auf einen Kinderbetreuungsplatz für Kinder ab drei Jahren. "Akuten Handlungsbedarf" ortet Generalsekretär Peter Haubner bei der Betreuung von unter Dreijährigen.

Infrastrukturministerin Doris Bures zeigte sich über Erfolge in der Frauenförderung erfreut. Das gesamte Förderpaket ihres Ressorts beläuft sich in diesem Jahr auf 4,2 Mio. Euro. Sie wies auch darauf hin, dass die Aufsichtsräte von Unternehmen, an denen das Infrastrukturministerium beteiligt ist, deutlich weiblicher geworden seien.

Die ÖVP-Frauen stellen zum diesjährigen Frauentag das Thema Gesundheit und Vorsorge in den Mittelpunkt. Frauen seien immer einsatzbereit, ob für die Familie, am Arbeitsplatz oder in ehrenamtlichen Funktionen. Auch die Freiheitlichen pochen auf ein Umdenken in der Frauengesundheit und eine gezieltere Ärzteausbildung. Die FPÖ sprach sich weiters einmal mehr gegen gesetzlich verordnete Quoten aus.

"Magere Bilanz" der Frauenministerin

Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek präsentierte am Donnerstag eine DVD als Abschluss und Höhepunkt des Projekts "Unsere Hände gegen Gewalt". Das Thema Gewalt stellte auch das Team Stronach ins Zentrum und mahnte Zivilcourage ein: "Gewalt gegen Frauen ist kein Kavaliersdelikt", erklärte die Frauensprecherin Elisabeth Kaufmann-Bruckberger.

Das BZÖ kritisierte die "magere Bilanz" der Frauenministerin und pochte zur Verringerung der Einkommensschere auf die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns von 1.500 Euro brutto. Die Grünen präsentierten schon am Mittwoch ihre Plakatkampagne mit den weiblichen Versionen der Partei-Spitzen und forderten auch heute gesetzlich verpflichtende Quotenregelungen.

ÖAAB-Bundesobfrau Johanna Mikl-Leitner bekräftigte ebenfalls ihre Forderungen: "Um die Lohnschere zwischen Frauen und Männern zu schließen, brauchen wir zwei zentrale Maßnahmen. Erstens die Anrechnung der Kinderbetreuungszeiten bei Gehaltsvorrückungen in allen Kollektivverträgen und zweitens die Anerkennung von Elternkarenzen als Vordienstzeiten." (APA, 7.3.2013)

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    "Warum es den Frauentag braucht", erklärt der Österreichische Frauenring.

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