Alpine soll mit Arnold Schiefer zurück zum Profit

7. März 2013, 16:44
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Salzburg/Wien - Aus dem Vorstandsduo des sanierungsbedürftigen Baukonzerns Alpine könnte bald ein Trio werden. Denn nach ÖBB-Manager Arnold Schiefer, den Alpine-Mutter FCC am Donnerstag an die Spitze des Alpine-Vorstands berufen hat, dürfte demnächst ein Techniker dazustoßen. Schiefer ist Betriebswirt - wie Josef Schultheis, der in den vergangenen Tagen mit Banken und Gläubigern das Sanierungspaket für den angeschlagenen Bauriesen geschnürt hat.

Erst im Sommer vom Ungarn-Ableger der ÖBB-Gütersparte Rail Cargo Austria (RCA) in deren Führung aufgestiegen, ist Alpine für Schiefer kein unbekanntes Terrain. Sie ist Auftragnehmer bei nicht wenigen Bahnbauprojekten. Die Bestellung eines Österreichers sei auch ein Signal, dass Österreich ein Kernmarkt der Alpine bleibe, betonte Alpine-Sprecher Johannes Gfrerer, der vor seinem Wechsel zum Salzburger Konzern selbst bei der ÖBB beschäftigt war. Schultheis bleibe als Restrukturierungsmanager (Chief Restructuring Officer) erhalten.

Silber verscherbeln

Die Aufgaben Schiefers bei Alpine gelten als Herausforderung: Der Baukonzern schleppt kolportierte 600 Millionen Euro Schulden mit und erwirtschaftete 2012 einen Betriebsverlust von rund 300 Mio. Euro. Erst am Sonntag hatten sich Banken und die über Kredithaftungen involvierte Republik auf einen 30-prozentigen Schuldennachlass verständigt und so Alpine eine Atempause verschafft. Der Schuldennachlass ist ein Teil des Sanierungspakets, das Alpine 2015 wieder in die schwarzen Zahlen bringen soll. Ein Eckpfeiler, den Schiefer angehen muss: den Retourgang in der Ost-Expansion einlegen und die Konzentration auf die Kernmärkte Österreich und Deutschland. Die Bauleistung soll von 3,5 auf zwei Milliarden Euro schrumpfen, die Zahl der Mitarbeiter von 15.000 auf bis zu 10.000. Wie viele der rund 7500 Arbeitsplätze in Österreich bleiben, ist offen.

Zweiter Eckpfeiler des Sanierungsplans: der Verkauf von Tochtergesellschaften (soll 200 Mio. Euro bringen). Am weitesten ist man diesbezüglich dem Vernehmen nach bei Hazet Bau in Wien, neben Porr dürften auch ausländische Interessenten bieten. Das Interesse an Alpine Energie dürfte im Ausland am größten sein. Loszueisen ist auch die Spezialtiefbauer GPS. Von den 150 Mio. Euro Eigenkapital, die FCC einschießen muss, ist die Hälfte bereits geflossen, weitere 100 kommen in Form von Gesellschafterdarlehen, die in Eigenkapital gewandelt werden. (APA, ung, DER STANDARD, 8.3.2013)

  • ÖBB-Manager Arnold Schiefer (46) wechselt die Seiten: Als Alpine-Chef wird er bei Bahn- und Straßenbau Auftragnehmer der öffentlichen Hand sein.
    foto: alpine

    ÖBB-Manager Arnold Schiefer (46) wechselt die Seiten: Als Alpine-Chef wird er bei Bahn- und Straßenbau Auftragnehmer der öffentlichen Hand sein.

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