ÖH-Wahl: Julia Freidl ist Spitzenkandidatin des VSStÖ

12. März 2013, 10:07
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Bisherige Sozialreferentin führt sozialistische Studierende in den ÖH-Wahlkampf

Der VSStÖ hat sich auf eine Spitzenkandidatin für die kommende ÖH-Wahl geeinigt. Für die sozialistischen Studierenden geht Julia Freidl, bisher Sozialreferentin in der ÖH-Bundesvertretung, als Spitzenkandidatin ins Rennen. Freidl wurde am Dienstag bei einer Pressekonferenz vorgestellt.

Wirtschaftswissenschafterin

Die gebürtige Grazerin studierte Internationale Betriebswirtschaftslehre an Wirtschaftsuniversität Wien und schloss ihr Bachelor-Studium im Jahr 2012 ab. Derzeit absolviert sie ein Master-Studium in Volkswirtschaftslehre, ebenfalls an der WU Wien. Ein Auslandsjahr absolvierte sie in Neuseeland.

Von 2010 bis 2011 war Freidl VSStÖ-Vorsitzende der WU Wien, derzeit ist sie Sozialsprecherin des VSStÖ. Freidl will sich in ihrer politischen Funktion "besonders für den Ausbau und Reformierung des Beihilensystems einsetzen".

Für faires Studienbeihilfesystem

Das Beihilfensystem sei das zentrale Thema des VSStÖ-Wahlkampfs - weil viele Studenten nicht mehr wissen würden, wie sie ihr Studium finanzieren sollen, erklärte Freidl bei einer Pressekonferenz. Bei diesem Thema sei es "nicht fünf nach Zwölf, sondern fünf Jahre nach Zwölf. Es muss endlich etwas getan werden." Der VSStÖ habe sich daher auch in einer Arbeitsgruppe der SPÖ zum Thema Beihilfen eingebracht. Ziel sei, dass das Modell des VSStÖ in das nächste Regierungsprogramm aufgenommen wird.

Konkret soll laut Freidl die Altersgrenze von 24 Jahren abgeschafft werden, bei der derzeit viele Vergünstigungen und Beihilfen wegfallen. Immerhin liege das tatsächliche Durchschnittsalter von Studenten bei 27 Jahren, wodurch viele schon zu Beginn oder mitten im Studium ihre Beihilfen verlören.

Zusätzliches Toleranzsemester

Auch die Regelung, dass der Anspruch auf Studienbeihilfe nach Überschreitung der Mindeststudiendauer um ein Toleranzsemester erlischt, ist für Freidl realitätsfern, da es etwa durch fehlende Seminarplätze zu Studienverzögerungen komme und außerdem mehr als 50 Prozent der Studenten nebenbei arbeiten müssen. Der VSStÖ wünscht sich deshalb die durchschnittliche Studiendauer plus zwei Toleranzsemester als neue Grenze. Und auch die Höhe der Studienbeihilfe - maximal 670 Euro, durchschnittlich 250 Euro - wird kritisiert. Diese müsse auf ein existenzsicherndes Niveau angepasst und jährlich valorisiert werden.

Längerfristig wollen die Studentenvertreter ein neues Modell zur sozialen Absicherung von Studenten, bestehend aus Grundsicherung für alle Studenten plus leistbarem Studententicket für öffentliche Verkehrsmittel, Unterhaltsbeitrag der Eltern, Studienbeihilfe zur Erreichung des Existenzminimums sowie für Studenten aus sozial schwachen Familien Sachleistungen wie Mensa- und Kopierkostenzuschuss.

"Vertrags-Check"

Neben der sozialen Absicherung will Freidl auch konkrete Verbesserungen im Studienalltag umsetzen: etwa das Projekt "Vertrags-Check", bei dem Studenten Verträge für Miete bis Arbeit von Experten prüfen lassen können, ein Gütesiegel für Wohnheimbetreiber, die bestimmte Qualitäts- und Preiskriterien erfüllen, oder einen Leitfaden zur Verbesserung der Lehre an den Hochschulen.

Bei den letzten ÖH-Wahlen 2011 war Angelika Gruber Spitzenkandidatin und ist seitdem im Vorsitzteam der ÖH. Der VSStÖ kam auf 12 Mandate in der ÖH-Bundesvertretung, die derzeit 96 Mandatare hat.

Gruber zog eine positive Bilanz ihrer Arbeit der vergangenen zwei Jahre. So habe der VSStÖ etwa Serviceprojekte wie das SMS-Terminerinnerungsservice, einen Versicherungsschwerpunkt und eine Praktikabörse umgesetzt. In der politischen Arbeit sei es dem VSStÖ wichtig gewesen, nicht nur Nein zu sagen, sondern konkrete Konzepte auf den Tisch zu legen.

Keine Direktwahl

Bei den ÖH-Wahlen wählen die Studierenden ihre Studienrichtungs- und Universitätsvertretung. Jede Universität entsendet dann Mandatare in die Bundesvertretung, die über die Zusammensetzung der ÖH-Vorsitzteam entscheidet. Studierende können als keine Bundesliste wählen. Eine entsprechende Gesetzesänderung, die die Direktwahl wieder einführen sollte, wurde in den letzten Jahren – entgegen der Ankündigung am Wahlabend - nicht beschlossen. (seb/APA, derStandard.at, 12.3.2013)

  • Julia Freidl.
    foto: vsstö

    Julia Freidl.

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