Frauen leiden häufiger unter chronischen Erkrankungen

7. März 2013, 10:34
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Laut Wiener Gender Medicine Unit auch stärker ausgeprägte Lebensphasen - Gleichbehandlungsstatus von Frauen ein wichtiger Einflussfaktor auf die Gesundheit

Wien - In Österreich und in Europa leben Frauen im Schnitt um rund sechs Jahre länger als Männer. Die gängige Annahme, dass Frauen auch gesünder sind, stimmt aber nicht. Sieht man genauer hin, zeigt sich laut Alexandra Kautzky-Willer, Leiterin der Gender Medicine Unit an der MedUni Wien, dass Frauen gegenüber Männern häufiger an chronischen Krankheiten und Funktionseinschränkungen leiden und eine schlechtere gesundheitsbezogene Lebensqualität aufweisen.

Karin Gutierrez-Lobos, Vizerektorin der MedUni Wien für Lehre, Gender und Diversity betont: "Diese aktuellen Ergebnisse bestätigen, wie wichtig Gender Medicine ist. Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass gerade der Gleichbehandlungsstatus von Frauen ein wichtiger Einflussfaktor auf die Gesundheit ist. Verbessern sich nämlich etwa Sozialstatus, Gleichbehandlungsindex oder Karrieremöglichkeiten, steigt auch die gesundheitsbezogene Lebensqualität."

Höheres Diabetesrisiko

Ebenfalls von großer Bedeutung sind laut Kautzky-Willer die bei Frauen stärker ausgeprägten Lebensphasen, welche stark durch die Veränderungen der Sexualhormone, aber auch durch das jeweilige Rollenbild beeinflusst sind. Ab der Pubertät sind Frauen mehr als Männer von Schmerzsyndromen wie Reizdarm, Fibromyalgie und Migräne, aber auch Autoimmunerkrankungen wie Lupus, multiple Sklerose, Schilddrüsenfunktionsstörungen oder Asthma betroffen. Zyklusanomalien, ein unerfüllter Kinderwunsch oder Schwangerschaftskomplikationen können wichtige Hinweise auf ein erhöhtes späteres Krankheitsrisiko geben. Nach einer Schwangerschaftsdiabetes haben Frauen etwa ein sieben Mal höheres Diabetesrisiko und ein deutlich erhöhtes Gefäßrisiko.

Lebensstiländerungen wie Rauchen, Einnahme der Pille, Stress und Bewegungsmangel führen - vor allem bei jungen Frauen - zur Zunahme der Sterblichkeit durch Herzinfarkt. Ab der Menopause sind es vor allem Fettstoffwechselstörungen, Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Osteoporose, die Frauen vermehrt zu schaffen machen. Im hohen Alter sind Frauen schließlich signifikant stärker von Alzheimer-Demenz, Inkontinenz und Immobilität betroffen. Und wäre das alles noch nicht genug, haben Frauen gegenüber Männern auch noch doppelt so oft mit einer Depression zu kämpfen. (APA, 7.3.2013)

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