AMD will PlayStation 4-Architektur für PCs anbieten

7. März 2013, 12:08
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Unterdessen sprechen Industriekreise von überaus hohen Produktionszielen für die PS4

AMD orientiert sich mit der neuen Prozessorarchitektur mit dem Codenamen Kaveri am Hardware-Design von Sonys kommender PlayStation 4 (PS4). Wie Bright Side of News aus Entwicklerunterlagen erfahren haben will, werden die künftigen AMD-Prozessoren nicht nur einen Speichercontroller für DDR3-RAM besitzen, sondern auch das bislang eigentlich nur von Grafikkarten bekannte GDDR5 verwenden können. Damit verspricht man sich wie bei der PS4 eine deutliche Steigerung der Speicherbandbreite.

Bei der PS4 greifen sowohl Prozessor als auch Grafikchip auf einen gemeinsamen, besonders schnellen GDDR5-Speicher mit 8 GB zu, auf einen herkömmlichen DD3-Arbeitsspeicher für allgemeine Rechenoperationen wird verzichtet. Dadurch sei laut Sony eine Speicherbandbreite von 167 GB pro Sekunde möglich.

Flotter Kompromiss

Um die Kosten für den vergleichsweise teuren GDDR5-Speicher im Rahmen zu halten, wolle AMD auf eine langsame Variante setzen, die aber immerhin noch auf eine Bandbreite von 54,5 GB/s und damit doppelt so hoch wie bei handelsüblichen DDR3-1600-Arbeitspeicher kommen soll. Ein Vorteil wäre, dass die flotten Grafikkarten dadurch nicht mehr durch den Arbeitsspeicher ausgebremst würden. Ein Manko sei jedoch, dass GDDR5-Arbeitsspeicher aktuell weitgehend auf kleinere Konfigurationen bis 4 GB limitiert ist - vergleichsweise wenig für aktuelle PCs. Grafikkarten mit 6 GB GDDR5-Speicher und die eben erwähnte PS4 sind derzeit die Ausnahme. Derartige Limitierungen dürften jedoch mit der Zeit wohl aufgelöst werden. Wie schnell dies geschehen wird, weiß AMD selbst am besten. Nicht zuletzt stellt AMD mit dem Prozessor und dem Grafikchip die Kernkomponenten Sonys neuer Konsole. 

Hochgestecktes Ziel

Unterdessen hat DigiTimes aus Zulieferkreisen vernommen, dass Sony für das laufende Geschäftsjahr (bis März 2014) nicht weniger als 16 Millionen PS4s in den Handel bringen möchte. Foxconn Electronics und Pegatron Technology seien als Fertiger im Gespräch. "Dass die Auslieferungen der einzelnen Bauteile vor August dieses Jahres stattfindet, ist allerdings unwahrscheinlich", heißt es.

Eine Meldung, die in Branchenkreisen für Verwunderung sorgen dürfte. Bislang hat Sony nur den Start der Konsole für Herbst 2013 angekündigt, aber nicht einmal bestätigt, ob die PS4 dann in auch allen Märkten verfügbar sein wird. Das Produktionsziel von 16 Millionen Konsolen erscheint ebenfalls überaus hoch. Von der PS3 wurden im Jahr durchschnittlich 15 Millionen Stück abgesetzt. Sollte die Produktion der PS4 also nicht schon bald beginnen, dürfte dieses Ziel auch logistisch schwer erreichbar sein. Zum Vergleich: Nintendo plante vom Start der Wii U im November bis Ende März fünf bis sechs Millionen Konsolen auszuliefern. (zw, derStandard.at, 7.3.2013)

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    AMD scheint Sonys Konsolenarchitektur für PCs umsetzen zu wollen.

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