Facebook: Neuer News Feed soll User auf Seite halten

7. März 2013, 08:52
15 Postings

Am Donnerstag will Facebook eine verbesserte und relevantere Anzeige von Postings bringen

Für Donnerstag kündigte Facebook die Präsentation eines neuen Designs für den News Feed an. Mit der Umstellung will Facebook User länger auf der Seite behalten und damit einhergehend mehr Umsatz mit Werbung machen. Der News Feed soll, so die New York Times, "relevanter" für den einzelnen User werden.

Noch keine Details bekannt

Was die User erwartet, ist nicht ganz klar, einige Hinweise gibt es aber dennoch. So hat Facebook-Chef Mark Zuckerberg im Jänner angedeutet, dass es größere Fotos, mehr Videos und interaktivere Werbung geben soll. In Tech-Medien wird auch darüber spekuliert, dass der News Feed in verschiedene Kategorien aufgeteilt werden könnte. Und auch für jene, die Werbung schalten, soll es besser werden. "Anzeigenkunden wollen größere Fotos und Videos, was wir ihnen bisher nicht bieten konnten", so Zuckerberg damals gegenüber einem Wall Street Analysten.

Einbußen bei Reichweiten

In den letzten Wochen wurde die Kritik am News Feed indes immer lauter. So haben Autoren der New York Times und verschiedener Tech-Medien versucht zu hinterfragen, warum Postings seit der Einführung der Sponsored Posts massiv an Reichweite eingebüßt haben. Facebook bestreitet das jedoch und meint sogar, das Engagement wäre gestiegen. Mit dem neuen News Feed soll das nun verstärkt werden.

Mehr Zeit auf Facebook verbringen

Für die Performance an der Börse könnte das ein wichtiger Schritt sein. Mehr Werbung und mehr Interaktion könnten dem Unternehmen wieder mehr Einnahmen bringen und den Aktienkurs positiv beeinflussen. Der schmale Grat zwischen den Bedürfnissen der User und den Wünschen der Anzeigenkunden muss aber sorgsam gewählt werden. Ein intelligenteres Filter-System könnt sich auf Dauer bezahlt machen: Wer nur sieht, was auch für ihn relevant ist, wird mehr Zeit auf Facebook verbringen. So zumindest die Theorie.

Verärgerte Kunden

Langweilig darf Facebook-Usern nicht werden. Bereits Anfang des Jahres veröffentlichte die New York Times eine Studie, der zufolge 61 Prozent aller User schon mal eine gewollte Auszeit vom sozialen Netzwerk genommen haben. 20 Prozent hätten ihren Account überhaupt ganz stillgelegt. Um das zu ändern, muss sich der Algorithmus hinter dem News Feed ebenfalls ändern. Die Einführung der Sponsored Stories, die dem User in seinem News Feed als Updates angezeigt werden, hat auch nicht unbedingt zu einer positiven Wahrnehmung geführt. Und auch Anzeigenkunden zeigten sich verärgert.

Kein künstliches Runterschrauben

Um Fans auf dem selben Level zu erreichen wie vor der Einführung der Sponsored Posts, müsste man mehr Geld in die Marketingabteilung von Facebook schmeißen.  Zwar gibt das Unternehmen an, dass ohne Geld immerhin noch ein Drittel der Fans erreicht werden können, einigen ist das aber immer noch zu wenig. Die Reichweite künstlich heruntergeschraubt hat Facebook eigenen Angaben zufolge aber nicht.

Teenager wandern ab

Der Edgrank-Algorithmus, der hinter dem News Feed arbeitet und filtert, was relevant und irrelevant für einen Nutzer ist, hat sich im Laufe der Jahre nur wenig verändert. Das Design und die Darstellung dieses Feeds wurden mit der Zeit aber ständig angepasst. Das scheint aber nicht auszureichen, denn besonders Teenager wenden sich von dem Netzwerk ab und nutzen lieber Services wie Instagram – das allerdings ebenfalls Facebook gehört. Auch Pinterest und Twitter sind eine Bedrohung für das soziale Netzwerk, weshalb Facebook nun mit einem verbesserten Algorithmus vorpreschen will. So soll aussortiert werden, was tatsächlich für den User wichtig ist und was lieber vor ihm verborgen wird. Ob das Facebook gelingen wird, wird sich vermutlich erst in wenigen Wochen sagen lassen. Wie immer wird das Rollout neuer Features aber langsam stattfinden. (red, derStandard.at, 7.3.2013)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Der neue News Feed wird am Donnerstag präsentiert

Share if you care.