Ordensspitäler: Gewerkschaft nimmt Angebot nicht an

6. März 2013, 18:59
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Landeshauptmann Pühringer: "Wir können uns nicht mehr bewegen" - Personalvertreter: "Pseudo-39-Stunden-Woche"

Linz - In den KV-Verhandlungen der oberösterreichischen Ordensspitäler sind die Fronten mehr denn je verhärtet: Das Land hat der Gewerkschaft vida am Mittwoch ein Angebot gemacht, das sich aus seiner Sicht "wirklich sehen lassen kann" - die Personalvertreter nahmen es aber nicht an. "Wir können uns nicht mehr bewegen", so Landeshauptmann und Gesundheits- und Finanzreferent Josef Pühringer (ÖVP) in einer Pressekonferenz. Die Gewerkschaft ortet eine "Hinhaltetaktik" und bleibt bei ihren für Donnerstag geplanten Betriebsversammlungen.

Kernpunkt des abgelehnten Papiers ist das sogenannte Vierzigstel, das in den landeseigenen gespag-Spitälern gilt. Man hätte es mit Juni 2013 unbefristet eingeführt und so die Arbeitszeiten in den Ordenskrankenhäusern an jene der anderen Einrichtungen angeglichen. Es handle sich wie von den Arbeitnehmervertretern gefordert laut Pühringer um eine "De-facto-39-Stunden-Woche". Zudem steht in der Grundsatzvereinbarung u.a., dass heuer und 2014 die Lohnabschlüsse, die man für den öffentlichen Dienst erzielt, übernommen werden.

Gleichstellung "nicht möglich"

Eine vollkommene Gleichstellung sei aufgrund der unterschiedlichen Rechtslage nicht möglich, sagte der Landeshauptmann. "Ich bin wirklich sehr enttäuscht, dass man dieses Angebot nicht angenommen hat." Das Land habe sich "kilometerweit" bewegt und mehrmals nachgebessert, die Gewerkschaft hingegen "keinen Millimeter". Sie setze offenbar auf "Protest und öffentliche Aufmerksamkeit", vermutet Pühringer, der darauf verwies, dass es um Steuergeld gehe.

"Wollen fair entlohnt werden"

Die Beschäftigten der Ordensspitäler "wollen für ihre Arbeit fair entlohnt werden. Und das ist nicht der Fall, wenn das Einkommen real sinkt", betonte Sonja Reitinger, die KV-Verhandlungen für die Gewerkschaft leitet, in einer Aussendung. Im Gegensatz zum Land spricht sie von einer "Pseudo-39-Stunden-Woche" mit Rahmenbedingungen, "die bedeuten, dass unseren Kollegen im Endeffekt noch weniger im Geldbörsel übrig bleibt". Die Ungeduld bei den rund 10.000 Beschäftigten wachse, sie kämen sich verschaukelt vor, so Reitinger. Am Donnerstag werde man beraten, welche weiteren Maßnahmen von den Personalvertretern gesetzt werden. Die Gewerkschaft, die eine Teuerungsabgeltung oder eine unbefristete 39-Stunden-Woche verlangt, hat auch einen Streik nie ausgeschlossen. (APA, 6.3.2013)

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