Klettern, Karate, Ringen

6. März 2013, 18:11
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ÖOC-Generalsekretär Mennel für mehr Sportarten und weniger Disziplinen

Wien - Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht irgendwo auf der Welt quasi eine Lanze gebrochen wird für das Ringen, eine der ältesten Sportarten überhaupt, die schon bei den Olympischen Spielen der Antike Bestandteil des Fünfkampfes war wie das Diskuswerfen, wovon uralte Statuen zeugen. Einschlägige Olympioniken der Neuzeit sandten aus Protest gegen den Vorschlag des Exekutivkomitees des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Ringen ab 2020 aus dem olympischen Programm zu kippen, ihre Medaillen zurück. Der russische Doppelolympiasieger Armen Nasarjan trat sogar in den Hungerstreik. Zuletzt versprach Scheich Ahmad Al-Fahad Al-Sabah aus Kuwait, Präsident der Vereinigung der Nationalen Olympischen Komitees (ANOC), sich dafür einzusetzen, dass die Traditionssportart olympisch bleibt.

Es gibt zwar keinen diesbezüglichen Beschluss der ANOC, sagt Peter Mennel, Generalsekretär des Österreichischen Olympischen Komitees (ÖOC), "aber auch wir unterstützen das Ringen mit seiner historischen Bedeutung". Mennel sagt aber auch, dass es eine Gelegenheit sei für das Ringen, die Regeln zu überdenken, auf dass die Sportart für Zuschauer besser verständlich werde. Die ANOC hat jedenfalls Gewicht, nicht nur Chef Al-Sabah, auch die schwedische Generalsekretärin Gunilla Lindberg ist IOC-Mitglied.

Auch neue Sportarten stehen zur olympischen Diskussion, etwa Klettern oder Karate, da sind die Österreicher vergleichsweise gut. Mennel meint, man könne dafür in klassischen Sparten wie Rudern, Kanu oder der Leichtathletik die Anzahl der Bewerbe reduzieren. Über all das und die Nachfolge von IOC-Präsident Jacques Rogge, der nach zwei Amtsperioden nicht mehr kandidieren darf, wird die IOC-Vollversammlung im September in Buenos Aires entscheiden. (bez, DER STANDARD 07.03.2013)

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