Venezuela: Investoren setzen auf Kurswechsel

6. März 2013, 18:06
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Wien - Hohe Inflation, Zwangsverstaatlichungen und horrende Budgetdefizite trotz sprudelnder Öleinnahmen machen Venezuela, aber auch internationalen Investoren seit langem zu schaffen. Für Letztere war das Bekanntwerden einer Krebserkrankung von Präsident Hugo Chávez im Juni 2011 freilich eine Art Kehrtwende. Die Hoffnung auf einen Kurswechsel hat die Nachfrage nach venezolanischen Dollar-Anleihen erhöht.

Mit einem Kursanstieg von 46 Prozent im Jahr 2012 fanden sich Staatsanleihen plötzlich unter den am besten rentierenden Bonds aller Schwellenländer. Das wiederum bewirkt fallende Zinsen auf die Anleihen, die vor Chávez' Erkrankung bei 13 Prozent lagen und mittlerweile unter die Marke von neun Prozent gesunken sind. Die Prämien für die Absicherungen gegen einen Zahlungsausfall Venezuelas haben sich gleichzeitig mehr als halbiert.

Selbst wenn Chávez-Weggefährte Nicolas Maduro zum neuen Präsidenten gewählt werden sollte, rechnen manche Beobachter mit einem weniger harten antikapitalistischen Kurs. Allerdings gilt das Risiko des Landes als beträchtlich. Mit der von der Ratingagentur Moody's ausgestellten Bonitätsnote B2 gelten die Staatsanleihen als Ramsch. Der Ausblick ist dazu negativ. (as, DER STANDARD, 7.3.2013)

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