Neue Immo-Steuer treibt Scheidungsrate in China

6. März 2013, 17:37
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Viele "Scheidungen auf Zeit" wegen Gesetzeslücke: Paare sparen sich viel Geld beim Immobilien-Verkauf und heiraten anschließend wieder

Eine neue Immobiliensteuer in China treibt Ehepaare wegen einer Gesetzeslücke zur Scheidung auf Zeit. Nach Berichten chinesischer Medien vom Mittwoch beobachteten die zuständigen Ämter in der Metropole Schanghai, aber auch in anderen Städten einen sprunghaften Anstieg von Scheidungsanträgen, seit die Steuer in Höhe von 20 Prozent auf Immobilienverkäufe am vergangenen Freitag erlassen wurde. Viele geben demnach offen zu, dass sie die Scheidung wollen, um Geld zu sparen.

Das Gesetz sieht eine Kapitalertragssteuer in Höhe von 20 Prozent bei Immobilienverkäufen vor. Allerdings können Paare im Besitz von zwei Immobilien, die sich scheiden lassen und sich das Eigentum teilen, unter bestimmten Bedingungen mindestens eine der Immobilien steuerfrei verkaufen. Das treibt die Ehepaare nach Angaben der Behörden auf die Ämter. Ein Beamter sagte der "Shanghai Daily", er habe "allen gesagt, dass sie wiederkommen sollen, um erneut zu heiraten", sobald der Verkauf abgeschlossen sei.

Beispielrechnungen zufolge sparen die Paare durch die Nutzung der Gesetzeslücke teils mehrere zehntausend Euro. Scheidungen werden in China von Regierungsbehörden und nicht von Gerichten vollzogen und sind relativ unkompliziert, wenn beide Partner einwilligen. Für die "Scheidung zum Schein" gaben die Paare den Behörden in Shanghai zufolge häufig "mangelnde gegenseitige Zuneigung" als Grund an. (APA, 6.3.2013)

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