Nach Papst-Rücktritt: Bischöfe warten auf Ablöse

6. März 2013, 18:45
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Kapellari: "Hoffe sehr, dass das nicht mehr lange dauert"

Wien/Graz - Papst Benedikt XVI. ist in Pension. Zumindest zwei Bischöfe in Österreich wären es auch gerne. Egon Kapellari in Graz und Alois Kothgasser in Salzburg haben vor geraumer Zeit in Rom um Emeritierung angesucht. Hinzu kommt die Diözese Feldkirch: Seit dem altersbedingten Rücktritt von Bischof Elmar Fischer im November 2011 leitet Benno Elbs, ab 2005 Generalvikar, als Administrator die Diözese. Gespannt verfolgt man daher in allen drei diözesanen Einsatzgebieten die Vorgänge im Vatikan.

Möglich wäre, dass Papst Benedikt XVI. in den letzten Tagen vor dem päpstlichen Ruhestand noch rasch die österreichische Bischofsnachfolge abgesegnet hat - was gar nicht ungewöhnlich wäre. So wurde noch in den letzten Lebenstagen von Johannes Paul II. eine Fülle von Bischofsernennungen verfügt.

Pastoraltheologe Paul Zulehner glaubt, dass man noch gar nicht so weit ist - "das liegt noch in Österreich", sagt er zum Standard. Es zeige sich auch, dass "das System ohne neue Bischöfe funktioniert".

In Graz wartet der Bischof seit längerem auf die Ablöse. "Ich hoffe sehr, dass das nicht mehr lange dauern wird. Ich bin im 78. Lebensjahr und im 32. Jahr als Diözesanbischof keineswegs müde. Aber ich hoffe, dass der Mönch in mir sich bald stärker ausprägen kann", so Kapellari im Standard-Gespräch. In der Diözese stelle man sich aber "mit viel Einsatz den Chancen und Schwierigkeiten von Kirche und Gesellschaft und ist nicht fixiert auf die Bischofsnachfolge". Kapellari: "Auch in den Diözesen Salzburg und Feldkirch ist man keineswegs gelähmt, weil noch kein neuer Bischof ernannt ist. Die Kirche lebt aus vielen Quellen." (mro, pm, DER STANDARD, 7.3.2013)

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