#Aufschrei gegen deutschen Bundespräsidenten

7. März 2013, 09:44
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Gauck bezeichnete Debatte als "Tugendfuror" - Aktivistinnen: "Wut wird lächerlich gemacht"

Der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck hat mit einer Stellungnahme zur Sexismus-Debatte Kritik ausgelöst. "Wir vermissen in Ihren Äußerungen vor allem Feingefühl und Respekt gegenüber all den Frauen, die sexistische Erfahrungen gemacht haben", heißt es in einem offenen Brief mehrerer Aktivistinnen.

Gauck hatte in einem "Spiegel"-Interview auf die Frage geantwortet, ob er den Umgang mit FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle wegen dessen als sexistisch bewerteten Äußerungen unfair gefunden habe. Darauf sagte er: "Wenn so ein Tugendfuror herrscht, bin ich weniger moralisch, als man es von mir als ehemaligem Pfarrer vielleicht erwarten würde."

Verbindung mit dem Begriff "Furie"

In dem Brief heißt es, durch die Verwendung des Wortes "Tugendfuror" bringe Gauck erniedrigende, verletzende oder traumatisierende Erlebnisse in Verbindung mit dem Begriff "Furie". Dieser Begriff werde abwertend verwendet, um die Wut von Frauen lächerlich zu machen und als Überemotionalität zu deklassieren. "Damit bedienen Sie jahrhundertealte Stereotype über Frauen - Stereotype, die sexistische Strukturen aufrecht erhalten und Geschlechtergerechtigkeit im Weg stehen."

Sieben Frauen haben den Brief unterzeichnet, darunter die Initiatorinnen der Aufschrei-Debatte, die Ende Januar als Plattform von Frauen entstanden war, die über Grenzüberschreitungen von Männern berichten. (APA, 6.3.2013)

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