Hubble sichtet einen riesigen Space Invader

6. März 2013, 16:46
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Mehr als zwei Milliarden Lichtjahre entfernt wird das Bild einer Spiralgalaxie per Gravitationslinseneffekt bis zur Kenntlichkeit verzerrt

Greenbelt, Maryland - Die Space Invaders des gleichnamigen Arcade-Spiels von 1978 waren nach Pixeln zu bemessen - bei dem Exemplar, das das Hubble-Teleskop erspäht hat, sind Lichtjahre die richtige Maßeinheit. Genau genommen aber handelt es sich bei dem Objekt, das in den Datensammlungen des Weltraumteleskops im Rahmen des Projekts "Hubble's Hidden Treasures" aufgespürt wurde, um eine optische Täuschung.

Verantwortlich für den Effekt ist der 2,1 Milliarden Lichtjahre entfernte Galaxienhaufen Abell 68 im Sternbild des Fuchses. Dieser Cluster wirkt durch seine gewaltige Masse als Gravitationslinse. Das Licht eines noch weiter entfernt liegenden Objekts - im konkreten Fall das einer Spiralgalaxie - wird abgelenkt, vervielfältigt und verzerrt. Hier so stark, dass die Galaxie an einen der legendären Space Invaders erinnert; die Assoziation stammt vom Hubble-Team selbst. Weitere, weniger stark verzerrte Versionen der Galaxie und anderer Objekte hinter dem Cluster sind auf der Aufnahme ebenfalls zu sehen.

Ein weiterer "verborgener Schatz" auf dieser Aufnahme hat mit dem Linseneffekt nichts zu tun. Oben rechts ist auf dem Bild eine Galaxie zu sehen, aus der purpurne Flüssigkeit zu tropfen scheint. Dahinter steckt sogenanntes "Ram-pressure stripping": Die betreffende Galaxie bewegt sich durch das Intracluster-Medium, also das heiße Gas im Raum zwischen den Galaxien eines Clusters. Obwohl dieses Medium überaus dünn ist, übt es genügend Druck auf die durchziehende Galaxie aus, dass deren "eigene" Gaswolken aus ihrem Inneren herausgerissen und aufgeheizt werden. Auf dieser mit der "Wide Field Camera 3" gemachten Infrarot-Aufnahme ist der Effekt besonders gut zu sehen. (red, derStandard.at, 6. 3. 2013)

  • "Hubbles verborgene Schätze", hier ein besonders schönes Beispiel: Der Galaxienhaufen Abell 68 produziert verblüffende optische Effekte.
    foto: nasa, esa, hubble heritage/esa-hubble collaboration

    "Hubbles verborgene Schätze", hier ein besonders schönes Beispiel: Der Galaxienhaufen Abell 68 produziert verblüffende optische Effekte.

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