Neue Methode gegen Bluthochdruck

6. März 2013, 13:38
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Katheterbehandlung mit Nerven-Verödung in den Nieren bei Therapieresistenz

Der Bluthochdruck ist nach wie vor ein ungelöstes Problem. Bei Patienten, die nicht genügend auf Antihypertensiva ansprechen, gibt es seit kurzem mit der "renalen Denervierung" eine neue und hoch wirksame Behandlungsmethode. Dabei wird mit einem Katheter das Nervengeflecht der Nierenarterien geschädigt, was zum Blutdruckabfall führt, erklärte Dienstagabend bei der Fortbildungswoche der Österreichischen Apothekerkammer in Saalfelden (bis 8. März) der Grazer Pharmakologe Akos Heinemann.

Die Hypertonie ist eine der Hauptrisikofaktoren für Atherosklerose, Schlaganfall, Herzinfarkt & Co. Der Vorstand des Instituts für Experimentelle und Klinische Pharmakologie der MedUni Graz: "Der Anstieg des Blutdrucks von einem optimalen Wert von weniger als 120/80 mmHg auf einen 'hochnormalen' Wert von 140/90 führt in einem Beobachtungsraum von zwölf Jahren bei Männern zur Verdopplung des Risikos für kardiovaskuläre Erkrankungen (Herzinfarkt, cerebraler Infarkt), bei Frauen sogar zu einer Verfünffachung."

Zwar gibt es zahlreiche Medikamente mit unterschiedlichen Angriffspunkten, um den Blutdruck zu senken. Beta-Blocker und ein Teil der Kalziumantagonisten beispielsweise verringern das Herzzeitvolumen. ACE-Hemmer und Angiotensin-Rezeptor-Antagonisten reduzieren den Gefäßwiderstand. Das Blutvolumen insgesamt wird von Entwässerungsmitteln (Diuretika) und Aldosteron-Antagonisten reduziert.

Renale Denervierung

Doch die Hypertonie wird noch immer zu selten auch diagnostiziert, und wenn eine Diagnose erfolgt nehmen Betroffene die Mittel nicht regelmäßig ein. Abseits davon, so Heinemann: "30 Prozent der Patienten erreichen trotz einer optimalen Therapie mit einer Dreifach-Kombination nicht den Zielwert von weniger als 140/90 mmHg."

Die "renale Denervierung" ist eine nicht-medikamentöse Alternative. Dabei wird ein Katheter in die Nierenarterie eingeführt. Gezielt wird dann durch Hitzeanwendung das Nervengeflecht der Arterienwände geschädigt. Das soll die Reizleitung zum Gehirn stören, welche bei diesen Hypertonikern ständig zu einem Signal zur Aufrechterhaltung eines schädlichen und zu hohen Blutdrucks führt.

Heinemann: "Damit kann man über einen Zeitraum von 24 Monaten hinweg eine Reduktion des systolischen Blutdrucks um 20 bis 30 mmHg erreichen." Der diastolische Blutdruck wird um zehn bis 14 mmHg gedrückt. Das ist für eine antihypertensive Behandlung ein sehr guter Effekt, der offenbar auch anhält. "Das ist auf jeden Fall als eine echte Innovation zu bezeichnen. Es ist eine dauerhafte Therapie. In Österreich wurden bisher rund hundert Patienten behandelt. Die Kardiologen rüsten hier auf," ergänzt der Experte. (APA/red, 6.3.2013)

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