Beide Elefantenarten Afrikas sind in Gefahr

6. März 2013, 13:13
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UNO schlägt Alarm: Auch dem im Dschungel lebenden Waldelefanten geht es an den Kragen

Bangkok - Der massive Anstieg der Wilderei bedroht die Existenz von Elefanten in freier Wildbahn. Neben Wissenschaftern und Tierschutzorganisationen schlagen jetzt auch die Vereinten Nationen Alarm: 2011 wurden doppelt so viele Elefanten wie vor zehn Jahren getötet und dreimal so viel illegales Elfenbein konfisziert, heißt es in dem Bericht, den das UN-Umweltprogramm (UNEP) bei der CITES-Artenschutzkonferenz in Bangkok vorstellte. In Afrika waren dies 25.000 Elefanten, die 2011 abgeschlachtet wurden.

Zwei Spezies, ein Problem

Der Report "Elefanten im Staub: Der afrikanische Elefant in der Krise" entstand unter anderem zusammen mit Experten der Naturschutzunion IUCN und der Hilfsorganisation Traffic, die Schmuggel bekämpft. Die Umweltorganisation WCS schätzt die Zahl der wildlebenden Elefanten in Afrika auf noch etwa eine halbe Million. 400.000 davon sind die in den Savannen lebenden Afrikanischen Elefanten (Loxodonta africana), 100.000 ihre kleineren Verwandten, die Waldelefanten (Loxodonta cyclotis).

Die vor allem in Zentralafrika vorkommenden Waldelefanten leben in unzugänglicheren Gebieten als ihre Vettern - sicher sind sie deswegen aber noch lange nicht: Sie seien bei Wilderern beliebter, weil sie härtere und längere Stoßzähne haben, sagte WCS-Vizepräsidentin Elizabeth Bennett. "Zum Beispiel für Musikinstrumente werden in Japan die Stoßzähne von Waldelefanten vorgezogen." Zu einem geringeren Teil werden sie auch wegen ihres Fleisches getötet. Nach WCS-Schilderungen haben Wilderer innerhalb von zehn Jahren 62 Prozent der Waldelefanten getötet.

Der nimmersatte asiatische Markt

UNEP-Direktor Achim Steiner rief die Unterzeichner des Washingtoner Artenschutzabkommens (CITES) auf, die internationalen Verbrechersyndikate gemeinsam zu bekämpfen. Die Banden lassen in Afrika wildern und verkaufen ihre Ware in Asien. Dort sichern sich wohlvernetzte Leute aber nach wie vor mit Schmiergeld den Schutz höchster Regierungsstellen, wie die "New York Times" gerade in einer Untersuchung dokumentierte. Wilderei "bedroht nicht nur die Tierarten, sondern auch die Lebensgrundlage von Millionen von Menschen, die vom Tourismus leben", sagte Steiner.

Die Zahl der großen Containerladungen mit mehr als 800 Kilogramm illegalem Elfenbein, die auf Verbrechersyndikate hinweisen, hat sich zwischen 2009 und 2011 verdoppelt, heißt es in dem Bericht. Die Drahtzieher würden selten gefasst. Die unregulierten Elfenbeinmärkte in afrikanischen Städten und die Tatsache, dass immer mehr Asiaten in Afrika leben, beflügelten den Schmuggel. Die UN prangern schwache Regierungsführung in manchen Ländern an. China sei der größte Absatzmarkt für illegales Elfenbein. (APA/red, derStandard.at, 6. 3. 2013)

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    Waldelefanten sind fast einen Meter kleiner als ihre Verwandten in der Savanne. Zu ihrem Pech sind sie allerdings mit großen Stoßzähnen ausgestattet.

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