Geld ist Männersache

6. März 2013, 17:47
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Aufgrund der Einkommensunterschiede legen Frauen zudem monatlich weniger auf die hohe Kante

Marktforscher weisen Frauen als konservative Sparer aus, mit wenig Lust auf Aktien und Fonds. Des Österreichers liebste Anlageform bleibt der Bausparvertrag. Jeder Zehnte bunkert sein Erspartes daheim.

Wien - Klischees machen auch vor dem Sparschwein nicht halt. Geht es darum, Geld auf die hohe Kante zu legen, sind riskante Anlagen aus Sicht vieler Österreicher reine Männersache. Frauen würden lieber auf Nummer sicher gehen. Das erhob zumindest die jüngste Umfrage des Marktforschers Integral im Auftrag der Erste Bank.

58 Prozent der Befragten verbinden Wertpapiere mit Männern. 75 Prozent der Frauen besitzen demnach keine Aktien, Anleihen oder Fonds. Sie vertrauten stattdessen zu 74 Prozent auf Sparbücher, zu 65 Prozent auf den Bausparvertrag und nahezu zur Hälfte auf ihre Lebensversicherung.

Als ihre Aufgabe betrachten das Thema Finanzen nur 16 Prozent der Frauen. 58 Prozent bestimmten nicht unabhängig über ihr Einkommen und Vermögen. Gut ein Zehntel überlasst dies überhaupt ganz dem Partner. Für ein Drittel der Frauen ist Geld gemäß der Umfrage Angelegenheit der Männer.

Zur Seite legen würden sie monatlich im Schnitt rund 247 Euro, um 130 Euro weniger als Männer. Die hohe Differenz wurzelt in den nach wie vor erheblichen Einkommensunterschieden. Bei den eigenen Kindern spielen diese wiederum keine Rolle: Frauen wenden für diese trotz schmälerer Gehälter gleich viel auf wie Männer.

Beraten lassen sich Frauen bei Geldangelegenheiten in erster Linie von Banken, Partnern und Familie. Männer legen dabei laut der Umfrage unter 500 Österreichern nur sehr wenig Wert auf die Meinungen ihre Partnerinnen.

Mit einer anderen Studie rund ums Finanzielle wartet der Marktforscher GfK Austria auf. Die Erkenntnis daraus: Sparbücher und Bausparverträge boomen, wenn auch nicht mehr mit der gleichen Dynamik wie noch vor einem Jahr.

Edelmetall im Allzeithoch

Vermehrt Interesse würden jedoch auch wieder Aktien wecken. Und Gold sei so beliebt wie nie zuvor. Das Edelmetall schaffte es im vierten Quartal des Vorjahres auf ein Allzeithoch. Mit 28 Prozent posiert es nach Grundstücken auf Platz vier der häufigsten Anlageformen der Österreicher.

Zwölf Prozent halten den Kauf von Aktien für klug, um einen Prozentpunkt mehr als im Jahr zuvor. Daraus einen Run auf Aktien abzuleiten hält GfK jedoch für übertrieben.

Der Bausparer rutschte in der Beliebtheitsskala seit 2011 von 53 auf 42 Prozent ab, was GfK auf die Halbierung der Prämien im Zuge des jüngsten Sparpakets zurückführt. Das Sparbuch lockte nach 47 Prozent Anfang 2012 zuletzt 40 Prozent. Etwas abgeflaut ist auch das Interesse an Grund und Boden. Immerhin ein Drittel der Österreich sieht darin sein Erspartes gut aufgehoben. Knapp ein Viertel legt Wert auf eine Lebensversicherung. Und etwas mehr als ein Zehntel bunkert sein Geld in den eigenen vier Wänden. (vk, APA, DER STANDARD, 7.3.2013)

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