Gay Travel: Gesucht und verflucht

7. März 2013, 10:50
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Nicht überall auf der Welt sind schwule und lesbische Touristen gleich gern gesehen. In einigen Ländern heiß umworben, droht ihnen anderswo der Tod

Homosexuelle sind eine begehrte Zielgruppe für die gehobene Hotellerie, für hochpreisige Destinationen und Angebote. In der Regel haben sie viel Geld und viel Zeit und werden daher heftig umworben.

Allerdings sind Schwule und Lesben nicht überall gleich gerne gesehen. Der Gay Travel Index, der jetzt veröffentlicht wurde, zeigt, dass Reisen für Homosexuelle in manchen Ländern sogar lebensgefährlich sein kann. Anhand verschiedener Kategorien wertet der Index die gayfreundlichkeit oder -feindlichkeit eines Landes aus.

Der Index ist in positive und negative Kategorien unterteilt, wobei für jede Kategorie bis zu drei Plus- beziehungsweise Minuspunkte vergeben werden. Unter anderem werden Antidiskriminierungsgesetze bewertet, die Möglichkeit des Heiratens beziehungsweise einer offiziellen Partnerschaft sowie die Erlaubnis, ein Kind zu adoptieren. Auch religiöse Einflüsse, Gesetze gegen Homosexuelle und die Wahrscheinlichkeit, verfolgt oder mit der Todesstrafe bedroht zu werden, fließen in die Bewertung ein.

Schweden auf Platz eins

Unter den sichersten Ländern für Homosexuelle finden sich in dem Index vor allem europäische Staaten. Ganz oben liegt Schweden mit neun Pluspunkten. Drei Punkte gibt es für Antidiskriminierungsgesetze, zwei für die Möglichkeit, legal zu heiraten. Ebenfalls ganz vorne dabei sind Belgien, Frankreich, die Niederlande und Großbritannien mit jeweils acht Pluspunkten.

Österreich liegt mit vier Pluspunkten nur auf dem 14. Platz, zusammen mit Ländern wie Argentinien, Neuseeland und Portugal. Deutschland liegt mit fünf Punkten auf Rang zwölf.

Im Mittelfeld platzieren sich Länder wie Ungarn, Italien, Thailand und die USA mit jeweils einem Pluspunkt. Null Punkte gibt es beispielsweise für die Slowakei, Chile, Vietnam und Albanien.

Todesstrafe droht in vier Ländern

Wirklich dramatisch wird die Situation in vielen lateinamerikanischen Ländern. Belize, Honduras, Panama und Peru bekommen vier Minuspunkte. Diese gibt es auch für Mauritius, Singapur, die Türkei und Tunesien. Die Gründe für die Minuspunkte liegen in schwulenfeindlichen Gesetzen, im homophoben Verhalten der Einheimischen, in der religiösen Einflussnahme auf das Sexualleben oder daran, dass Menschen mit HIV-Infektionen nicht einreisen dürfen, vorab einen HIV-Test machen müssen oder des Landes verwiesen werden, wenn sich herausstellt, dass sie mit HIV infiziert sind.

Lebensgefährlich kann ein Besuch für homosexuelle Menschen in Ägypten (-1), Nigeria (-5), den Vereinigten Arabischen Emiraten (-5) und dem Iran (-5) werden. Der Iran ist mit insgesamt dreizehn Minuspunkten das Schlusslicht im Index. Bei den europäischen Ländern liegt Russland mit elf Minuspunkten an letzter Stelle und damit gleichauf mit Jordanien und Jamaika. (red, derStandard.at, 6.3.2013)

  • Während auf der einen Seite spezielle Reisen für Schwule und Lesben kreiert werden, sind homosexuelle Gäste andernorts massiven Diskriminierungen ausgesetzt.
-> Gay Travel Index als PDF
    foto: epa/daniel perez

    Während auf der einen Seite spezielle Reisen für Schwule und Lesben kreiert werden, sind homosexuelle Gäste andernorts massiven Diskriminierungen ausgesetzt.

    -> Gay Travel Index als PDF

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