Graubünden nimmt der Schweiz Olympia-Perspektiven

6. März 2013, 11:31
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Ein Nein für 20 Jahre: Abstimmung im Kanton geht gegen Bewerbung aus

Chur/Wien - "Graubünden schickt Grossanlass in Schweiz bachab" meldete die öffentlich-rechtliche Nachrichtenplattform swissinfo. 52,7 Prozent der abstimmenden Graubündner hatten sich am vergangenen Sonntag gegen die Kandidatur ihres Kantons für die Olympischen Winterspiele 2022 entschieden. Die Beteiligung an der Abstimmung betrug immerhin 59 Prozent.

Im Kantonsparlament hatte davor das Ergebnis 100:16 für Olympia gelautet. Und auch in den geplanten Olympiastädten Davos und St. Moritz gab es eine Mehrheit für den Event, nachdem der Bund zugesagt hatte, die Hälfte der geschätzten Bewerbungskosten in Höhe von 60 Millionen Franken (49 Millionen Euro) zu tragen. 15 Millionen hätten von Sponsoren, acht Millionen vom Kanton kommen sollen.

Kosten von mehr als zwei Milliarden Euro

Weitere Voranschläge ließen allerdings die restliche Kantonsbevölkerung zurückschrecken. Die Durchführungskosten wurden auf mehr als zwei Milliarden Euro geschätzt, die Einnahmen auf nur 1,19 Milliarden. Über Defizitdeckungsgarantien, wie sie das IOC fordert, wurde gestritten.

Den Todesstoß versetzte der Bewerbung das "Komitee Olympiakritisches Graubünden", das "katastrophale" Folgen für die Natur der betroffenen Täler vorhersagte und allgemein vor Gigantismus warnte. "In den nächsten 20 Jahren können Sie sämtliche Projekte einer Schweizer Olympia-Kandidatur vergessen", sagte Jörg Schild, der Präsident des Vereins Swiss Olympic, nach der Abstimmung resigniert. (red, DER STANDARD, 6.3.2013)

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