Öko-Mobilität ist vielen kein Extrageld wert

6. März 2013, 12:16
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Mehrkosten für Öko-Antriebe lehnen 45 Prozent der Österreicher ab, die meisten warten auf einen leistbaren E-Antrieb

Linz - Knapp die Hälfte der österreichischen Autokäufer sind nicht bereit, mehr Geld für einen umweltfreundlichen Antrieb auszugeben. 45 Prozent lehnen einen solchen Zuschlag ab, ergab eine Umfrage des Linzer Meinungsforschungsinstituts IMAS im Jänner unter 1.000 Österreichern ab 16 Jahren.

16 Prozent der Österreicher wollen sich in den kommenden ein bis zwei Jahren ein Auto kaufen. Maßgeblich bei der Entscheidung ist für sie das Preis-Leistungs-Verhältnis (31 Prozent), gefolgt vom mitbeeinflussenden Anschaffungspreis, der für 21 Prozent maßgeblich ist, wie die ebenfalls von IMAS unter 8.000 Personen erhobene Österreichische Verbraucheranalyse zeigt.

Benzin und Diesel gewünscht

Mit deutlichem Abstand folgen die Umweltverträglichkeit (11 Prozent) sowie Sicherheit und gute Wirtschaftlichkeit (je 7 Prozent). Vor allem auf schönes Design und hohen Komfort achten 5 beziehungsweise 4 Prozent. Gutes Platzangebot, attraktiver Rabatt, gutes Markenimage und die Kraftstoffart sind für jeweils 2 Prozent am wichtigsten.

Benzin und Diesel liegen in der Gunst der Befragten mit 32 beziehungsweise 34 Prozent gleichauf. Hybrid oder rein elektrisch sind nur bei 6 beziehungsweise 2 Prozent in der Planung. Gasantriebe sind nur für ein Prozent vorstellbar. Ein Viertel ist noch unschlüssig.

Für umweltverträglichere Antriebe auch Mehrkosten in Kauf zu nehmen, dazu wären 45 Prozent nicht bereit, darunter vor allem Personen mit niedrigerem Bildungsabschluss. 26 Prozent würden bis maximal 2.000 Euro gehen. Nur mehr eine kleine Gruppe von fünf beziehungsweise einem Prozent könnte sich vorstellen, bis 5.000 Euro oder sogar noch mehr zusätzlich hinzublättern.

Warten auf leistbaren Elektro-Antrieb

Dennoch sehen die meisten den Elektroantrieb als wichtigsten Trend in der Pkw-Entwicklung in den kommenden 5 bis 10 Jahren, gefolgt von Fahrassistenzsystemen, der Vernetzung der Fahrzeuge untereinander etwa zur Stauvermeidung sowie der Leichtbauweise. Wenn ein Autokauf konkret wird, informieren sich die Interessenten am ehesten (84 Prozent Nennungen) durch einem Besuch beim Händler. 46 Prozent sprechen mit Freunden und Bekannten über das geplante Auto. 31 Prozent - vor allem Jüngere - nutzen Vergleichsportale im Internet. 24 Prozent besuchen die Seiten der Hersteller. 23 Prozent schmökern in Fachzeitschriften. Soziale Medien und Tageszeitungen sind für jeweils 6 Prozent eine Informationsquelle.

Klimasünder Verkehr

Österreichs Straßenverkehr zählt trotz einer kleinen Trendwende in den vergangenen Jahren zu den größten Klimasündern im Lande. Dass das nicht ewig so bleibt, dafür will Umweltminister Nikolaus Berlakovich (ÖVP) sorgen. Sein Förderprogramm für Elektro-Mobilität wurde 2013 mit zehn Millionen Euro dotiert und soll Betrieben und Gemeinden zum Beispiel helfen, ihre Autoflotten umzurüsten. Seinen Kritikern zum Trotz hat Berlakovich vor, das Programm bis 2020 durchzuziehen und hofft dabei auf einen Entwicklungsschub bei Elektro-Fahrzeugen. (APA, 6.3.2013)

  • Tanken beim Renault Twizy.
    foto: derstandard.at

    Tanken beim Renault Twizy.

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