UNO: Eine Million Syrer vor Bürgerkrieg geflohen

6. März 2013, 08:34
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Millionengrenze früher als erwartet erreicht - Hochkommissar für Flüchtlinge appelliert, die "Tragödie" zu stoppen

Damaskus/Genf - Die Zahl der Bürgerkriegsflüchtlinge aus Syrien hat viel früher als erwartet die Eine-Million-Grenze überschritten. Das geht aus jüngsten Datenerhebungen des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) in den Nachbarländern hervor. Angesichts des ungebrochenen Flüchtlingsstroms könnten die bisherigen Kapazitäten schon bald nicht mehr ausreichen, warnte der UNO-Hochkommissar für Flüchtlinge, António Guterres, in einer am Mittwoch verbreiteten Erklärung: "Diese Tragödie muss gestoppt werden."

Noch vor wenigen Wochen hatte das UNHCR geschätzt, dass die Zahl von einer Millionen Flüchtlinge etwa im Frühsommer erreicht werden könnte. Doch seit Anfang des Jahres seien weit mehr Menschen aus dem Bürgerkriegsland geflohen als erwartet und als je zuvor seit dem Beginn der Syrien-Krise vor fast zwei Jahren. "Mit einer Million Flüchtlinge, weiteren Millionen Menschen, die Vertriebene innerhalb des Landes sind, und tausenden Menschen, die jeden Tag die Grenzen überqueren, geht Syrien einer großen Katastrophe entgegen", sagte Guterres.

Bevölkerung des Libanon um zehn Prozent gewachsen

Allein seit 1. Jänner seien rund 400.000 Syrer zu Flüchtlingen geworden. Diese Menschen kämen traumatisiert und meist ohne Habseligkeiten in den Nachbarländern an, oft noch in Begleitung von Familienmitgliedern. Etwa die Hälfte der Flüchtlinge seien Kinder, die Mehrheit von ihnen jünger als elf Jahre. Die meisten seien in die Türkei, den Libanon, den Irak, nach Jordanien oder Ägypten geflohen, immer mehr würden aber auch nach Nordafrika und Europa fliehen.

Für die Aufnahmeländer seien die Folgen des Flüchtlingsstroms schwerwiegend. Im Libanon sei die Bevölkerung dadurch um zehn Prozent gewachsen. Die Türkei habe bisher 600 Millionen Dollar (460,33 Mio. Euro) zur Einrichtung von 17 Flüchtlingslagern aufgebracht.

Zugleich beklagte Guterres, dass dem UNHCR Mittel fehlten. Für einen Plan zur Versorgung von 1,1 Millionen syrischen Flüchtlingen bis Juni 2013 seien bisher von der internationalen Gemeinschaft erst 25 Prozent der nötigen Gelder zugesagt worden. (APA, 6.3.2013)

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    Flüchtlingslager des UNHCR in Mafraq, Jordanien.

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