Daumenarthrose: Hilfe durch Gelenksprothese

6. März 2013, 08:28
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Die Implantation einer Sattelgelenksprothese kann den Kraftverlust im Daumen verhindern

Ein Sturz, eine Verletzung, die unbehandelt bleibt, bedingen den Verschleiß von Knorpel. Starker Druck durch Bedienung schwerer Arbeitsgeräte ist eine weitere Ursache der Rhizarthrose (Daumenarthrose, Anm. Red.). Diese Abnützung des Sattelgelenks führt zu einer schmerzhaft eingeschränkten Beweglichkeit des Daumens, insbesondere bei Halte- oder Greifbewegungen.

Die Erkrankung wird zunächst konservativ behandelt, indem das Daumensattelgelenk ruhig gestellt wird. Begleitend werden beispielsweise entzündungshemmende Medikamente verabreicht und eine Ergo- und Physiotherapie verordnet.

Bei Versagen der Therapie gibt es operative Möglichkeiten. Goldstandard war lange Zeit die sogenannte Resektionsarthroplastik (RSA). Hier wird über einen minimal invasiven Zugang der arthrotisch veränderte Handwurzelknochen entfernt, um Platz zu schaffen. Zur Verbesserung der Stabilität erfolgt zumeist eine Fixierung der Handgelenksbeugesehne.Im natürlichen Genesungsprozess füllt sich die Lücke durch Narbengewebe, wodurch ein 'künstliches Gelenk' entsteht. Das ermöglicht die schmerzfreie Beweglichkeit des Daumens. Nachteil dieser Operation: Die Kraft des Daumens wird verringert. 

Kein Kraftverlust

Durch die Implantation einer Daumensattelgelenksprothese kann das vermieden werden. Der Aufbau der Prothesen ähnelt jenen kleiner Hüftgelenksprothesen und besteht aus Pfanne und Schaft sowie einem Kugelkopf. Die Anpassung erfolgt individuell.  Rillen in der Pfanne sichern die  Verbindung mit dem Knochen und sollen Lockerung bzw. Luxation von Schraubpfannen vermeiden. Die rauhe Beschichtung mit Hydroxylapatit ermöglicht eine Verbindung mit dem Knochen. Frühere Nachteile der Keramikprothese durch Knochenabbau an der Kontaktfläche werden so vermieden.

Schwachstelle jeder Prothese des Daumensattelgelenkes ist die Pfannenkomponente. Hohe Druckbelastungen erfordern eine sichere Verankerung.  Stellt sich bei der Operation heraus, dass ein sicherer Pfannensitz nicht möglich ist, wird der auf Handchirurgie spezialisierte Facharzt ein anderes Operationsverfahren anwenden. Entscheidend ist: Endoprothetische Maßnahmen sind reversibel, eine Arthroplastik ist auch in diesen Fällen noch möglich. (red, derStandard.at, 6.3.2013)

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