Sät her, aber flott!

12. März 2013, 17:32
5 Postings

Die Karotte keimt keineswegs schnell und duldet kaum Konkurrenz - Sie sollte schon früh und nur mit netten Nachbarn ins Beet, meint Gregor Fauma

"... solch März, welch März." Auf diese Weise endet ein beliebtes gälisches Volkslied in seiner rezentesten Übersetzung. Gemeint ist mit dieser Weisheit natürlich viel mehr als nur der Monat selbst. Das Volkslied bezieht sich höchstwahrscheinlich auf die Mühen und Freuden des genannten Monats. Hört er ein wenig in dieses "finale furioso" hinein, so erschließt sich dem geneigten Hörer die pure Schönheit einer späten Feber- oder frühen März-Tätigkeit: die des Karottensetzens.

Ist der Boden aufgetaut, so kann der Gärtner dieser Neigung bereits nachkommen und sein Gartenjahr einläuten. Es reichen schon sieben Grad Celsius Bodentemperatur, dann gibt es kein Halten mehr. Allerdings ist Karottenzucht kein Ding für Taferlklassler! Wer reich ernten möchte, braucht viele Jahre Erfahrung und das gewisse G'spür für die Umstände. Oder das RONDO. Denn hier ist zu lesen, dass Karottensamen ausgesprochen bis unheimlich langsam keimen.

Was bedeutet dies? Es bedeutet, dass alle anderen Samen in der Erde schneller aufgehen und die Karottensämlinge zuwuchern, auf dass diese, konkurrenzbedingt, verhungern. Daher sei der Karottengartler angehalten, sein Karottenbeet gefälligst anständig zu pflegen und von Konkurrenz jeder Art freizuhalten. Mulchen nennt man diese Tätigkeit.

Stark humöse Gaben

Mulchen hält die Erde feucht und entfernt den Wildwuchs. Die Erde sollte sehr durchlässig, aber nicht zu leicht sein, aber trotzdem stets gut feucht, allerdings nie nass. Echte Gärtner können mit solchen Informationen und Hinweisen natürlich etwas anfangen, Anfänger nicht. Daher ein Tipp unter uns: Mischen Sie doch die Karottensamen mit feuchtem, angemodertem Laub und lassen Sie die Samen darin ankeimen. Dieses Gemisch pflanzen Sie dann in die dazu zuvor gefurchten Saatrillen. Wenn man gerade eine Handvoll Stallmist hat, so kann man diesen vor der Aussaat über den Rillen ausbringen. Auch stark humöse Gaben gut gereiften Komposts sind zweckdienlich. Wobei es hier auch anderslautende Aussagen innerhalb der Fachwelt gibt - probieren Sie es einfach aus.

Das nette an den Karotten ist weiters, dass es frühe, späte und noch spätere Sorten gibt. Setzen sie alle drei einerseits gleichzeitig und andererseits immer wieder bis in den April hinein, so können Sie über das Jahr hinweg regelmäßig ernten. Wobei die frühen Sorten, wenn man sie auch noch relativ früh erntet, schon verdammt zart sind. Daran sollte man sich nicht gewöhnen, die späteren Sorten können da nicht mit.

Karottengesundheit

Die frühen und späteren Sorten brauchen vom Säen bis zur Ernte ungefähr zehn bis sechzehn Wochen, die noch späteren Sorten 22 bis 26 Wochen. Damit jede Karottenpflanze auch ihren Platz hat, haben sich innerhalb der Reihe rund acht Zentimeter Abstand und zwischen den Reihen 20 Zentimeter Abstand als hilfreich erwiesen. Jedoch sind solche Beete zwischen Maurer Wald und Pötzleinsdorfer Höhe schon gar arg aus der Mode gekommen. Heutzutage pflanzt man, so kann man das klugen Broschüren und weisen Büchlein entnehmen, Karotten gemeinsam mit Zwiebeln, Lauch, Erbsen, Dille, Mangold und Radieschen. Das ist der Karottengesundheit angeblich zuträglich.

Lassen Sie halt den entsprechenden Platz beim Aussäen frei, dann kann man die anderen Gemüse entsprechend ihren Saatzeiten dazusäen. Ein windiges Eck ist übrigens der optimale Platz. Der Wind hält das Grün trocken und verbläst den - neben dem Menschen - ärgsten Feind der Pflanze: die Karottenfliege. Ende der Anleitung. Ab nun gibt es Karotten bis in den frostigen Spätherbst. (Gregor Fauma, Rondo, DER STANDARD, 8.3.2013)

Ein guter Tipp

Karottensamen mit Radieschensamen gemeinsam säen. Die Radieschen keimen und reifen schneller - an ihnen erkennt man, wo man ursprünglich die Pflanzenreihen der Karotten gezogen hat. Das hilft beim Unkrautjäten und maximiert so die Ernte.

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Allerdings ist Karottenzucht kein Ding für Taferlklassler!

Share if you care.