Die Stunde der Loafers

10. März 2013, 17:33
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Warum der Herrenhalbschuh meistens mehr Probleme macht als er löst: Österreichische Männer tun sich damit schwer

Es ist langsam an der Zeit, über die Schuhe der kommenden Monate nachzudenken. Und zwar über jene, die uns Männern von der Mode in diesem Frühjahr zugedacht werden. Sie geben Anlass zu Befürchtungen - zumindest in unseren Breitengraden.

Während Italiener nämlich Loafers so tragen, als wären sie damit geboren worden, tut sich der österreichische Mann damit schwer. Er sieht in Loafers immer ein wenig aus wie ein Gigolo aus der Vorstadt. 

Mit Birkenstock geboren

Nicht dass gegen Gigolos aus Wien-Floridsdorf oder Graz-Eggenberg etwas einzuwenden wären, dem Durchschnittsösterreicher bekommt diese Rolle aber nicht besonders gut. Würde er mit einem Schuh am Fuß geboren, wäre es kein Loafer, sondern ein Birkenstock.

Wie auch immer, wenn wir die Frühjahrsschuhe in den kommenden Wochen in den Geschäften mustern, werden wir auch hierzulande um den Halbschuh mit der gerollten Naht rund um den Fußrücken nicht herumkommen. An modischen Zeitgenossen ist er schon seit einigen Saisonen häufig zu sehen, jetzt hat er auch bei Menschen, die erst einmal im Fremdwörterbuch nachschauen müssen, was ein Loafer ist, seinen Auftritt.

Das führt zu den anfangs angeführten Befürchtungen. Ein Loafer macht nämlich mehr Probleme als er löst: Wird er mit Socken getragen, dann sollte man genau wissen, wie. Ist die dazu kombinierte Hose farbig, dann sollte man ansonsten Maß halten. Wird die Hose umgeschlagen, dann stellt sich die Frage: ein, zwei oder vielleicht doch dreimal? In diesem Sinne: Viel Glück für die kommenden Monate! (Stephan Hilpold, Rondo, DER STANDARD, 8.3.2013)

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    Während Italiener Loafers so tragen, als wären sie damit geboren worden, tut sich der österreichische Mann damit schwer. Er sieht in Loafers immer ein wenig aus wie ein Gigolo aus der Vorstadt.

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