Gute Ideen als Allgemeingut: Vorarlberg unterstützt junge Kreative

5. März 2013, 18:58
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Vorarlberg schreibt zweiten Ideenkanal-Wettbewerb aus

Bregenz - Pia Mariette Wallers Leidenschaft ist Mode. Nicht ungewöhnlich für eine 19-Jährige. Doch der Feldkircherin geht's nicht ums Shoppen, sie macht Mode. Bei der Caritas holt sie sich das Rohmaterial für ihre Abendkleider. Die Idee zum Stoffrecycling brachte sie vor zwei Jahren in den ersten Ideenkanal ein. Die junge Frau ist eine der fünf Preisträgerinnen des Wettbewerbs, der vom Büro für Zukunftsfragen, der Visionsabteilung im Vorarlberger Landhaus, 2011 erstmals ausgeschrieben wurde. Seit 1. März läuft der zweite Wettbewerb.

Die Idee zum Ideenkanal hatten zwei Liechtensteiner Studenten. "Wir haben quasi eine Selbsthilfegruppe für engagierte junge Leute gegründet" , erzählt Christof Brockhoff. "Wir hatten viele gute Ideen, gefehlt haben uns aber erfahrene, ältere Menschen, die bei der Umsetzung helfen." Ein Mentorenmodell wurde entwickelt. War der Liechtensteiner Ideenprototyp noch auf Menschen unter 35 beschränkt, sind die Nachfolgeprojekte in Vorarlberg und Tirol offen für alle. Die Liechtensteiner Idee wurde zum Franchise-Projekt, das nicht gewinnorientiert ist. Nachmachen ist erwünscht, eine Lizenz macht die Ideen zum Allgemeingut.

Ideen auf Website einreichen

Mitmachen ist einfach: Ideen werden auf der Website eingereicht. Sie müssen zur Lösung einer gesellschaftlichen Herausforderung beitragen, einen Beitrag zum Gemeinwohl leisten, sich in der Gründungsphase befinden und realisierbar sein. Eine fünfköpfige Jury und die Online-Community wählen 20 Ideen aus, die einem 20-köpfigen Mentorenteam aus verschiedenen Branchen präsentiert wird. Das ehrenamtliche Team einigt sich auf fünf Projekte, die umgesetzt werden sollen.

Das Land unterstützt mit einer Starthilfe von 1000 Euro. Am meisten profitieren die Teilnehmer aber vom neuen Netzwerk.

Die meisten der eingereichten Ideen hätten eine soziale Ausrichtung, sagt Brockhoff. Wie jene der Logopädin Ulrike Lins. Sie wollte nicht länger zusehen, wie türkischsprachige Kinder aufgrund beiderseitiger Sprachbarrieren bei der logopädischen Diagnose und Beratung benachteiligt werden. "Chancensprache Türkçe" heißt ihr Projekt mit dem Ziel, Menschen mit türkischer Muttersprache für die Logopädie-Ausbildung zu begeistern. Der Arbeitskreis für Vorsorge- und Sozialmedizin übernahm die Idee, jährlich werden nun Berufsinfos für zweisprachige Schüler durchgeführt.

Einreichungen für den Vorarlberger Ideenkanal sind bis 31. Mai möglich. (Jutta Berger, DER STANDARD, 6.3.2013)

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