EADS verteidigt Eurofighter-Provisionen

5. März 2013, 18:37
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Konzern geht Ungereimtheiten nach, beharrt aber darauf, dass Geschäft korrekt war

Ginge es nach dem Rüstungskonzern EADS, dann gäbe es gar keine Kompensationsgeschäfte: Das sagt Wolf-Peter Denker, den EADS nach Österreich entsandt hat, um hier die Geschäfte nachzuverfolgen, die EADS auf Verlangen der Bundesregierung im Zusammenhang mit dem Eurofighter-Kauf in der ungewöhnlichen Höhe von 200 Prozent des Kaufpreises fixiert hat.

Später wurde ein weitreichender Korruptions- und Bestechungsskandal vermutet, nachdem der Manager Gianfranco Lande entsprechende Andeutungen gemacht hatte. Lande ist Gründer von Vector Aerospace, einer in London ansässigen, aber vor allem als Briefkasten existenten Firma, die sich als Makler um die Einfädelung von Gegengeschäften kümmern sollte.

Erst viel später kam heraus, dass Lande im Zentrum eines Anlageskandals steht. Dass er dem italienischen Staatsanwalt gestanden hat, über 100 Millionen Euro für seine Tätigkeit rund um das Eurofigher-Geschäft erhalten zu haben, wundert Denker nicht: Vector hatte Partner von Offsetgeschäften zusammenzuführen.

Er habe dafür einen Provisionsanspruch von etwa vier Prozent - ähnlich wie es ein Immobilienmakler habe. Und Vector habe noch einen Dienst geleistet: Das Unternehmen hat dem Konzern die Haftung dafür abgenommen, dass die Geschäfte überhaupt zustande kommen. Das sind sie jedenfalls: Mit 2012 sei das Kompensationsvolumen erfüllt.

Ob dabei etwas Unrechtes passiert sei? Bewiesen ist nichts. Und Geschädigter wäre EADS, sagt Denker, denn EADS habe Vector seine Compliance-Regeln auferlegt. (cs, DER STANDARD, 6.3.2013)

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