Aufsichtsrätinnen vermehren sich

5. März 2013, 18:11
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Anteil in Betrieben des Bundes auf ein Drittel gestiegen

Wien - Kurz vor dem internationalen Frauentag lobt sich die Regierung für Fortschritte in Genderfragen. So sei der Anteil der weiblichen Aufsichtsräte in Bundesbetrieben um sieben Prozentpunkte auf ein Drittel gestiegen, teilten Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek und (SP) Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (VP) am Dienstag mit. Die Vorgabe, wonach die Quote Ende 2013 bei einem Viertel liegen soll, wurde damit deutlich übererfüllt. "Der Bund geht mit gutem Beispiel voran", erklärte Heinisch-Hosek.

Weniger gut sieht es bei der Reduktion der Gehaltsschere zwischen Männern und Frauen aus, Letztere verdienen immer noch deutlich weniger als Männer. Das schlage sich auch in niedrigeren Pensionen und einem höheren Armutsrisiko nieder, so die Statistik Austria. Die Erwerbstätigenquote der 15- bis 64-jährigen Frauen stieg im vergangenen Jahrzehnt allerdings von 59,9 Prozent (2001) auf 66,5 Prozent (2011). Die Zunahme der Frauenerwerbstätigkeit ist laut Statistik Austria jedoch in erster Linie auf einen Anstieg der Teilzeitarbeit auf 44 Prozent zurückzuführen - der Standard berichtete.

Kaum Veränderung

Die Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern haben sich in den vergangenen zehn Jahren nur leicht verändert. Bezogen auf die mittleren Bruttojahreseinkommen aller unselbstständig Erwerbstätigen lagen die Einkommen der Frauen 2001 um 40,2 Prozent unter jenen der Männer, 2011 waren es 39,6 Prozent. Werden Teilzeit und nicht ganzjährige Beschäftigung ausgeklammert, zeigt sich etwas mehr Bewegung. Bezogen auf die mittleren Bruttojahresverdienste der ganzjährig Vollzeitbeschäftigten sank der geschlechtsspezifische Lohn- und Gehaltsunterschied von 22,5 Prozent (2004) auf 18,5 Prozent (2011), wie die Statistik Austria bereits im August des Vorjahres erhoben hat.

Niedrigere Erwerbseinkommen und Versicherungsverläufe, die vor allem durch Kindererziehung Lücken aufweisen, führen demnach bei Frauen im Mittel auch zu niedrigeren Pensionen (ohne öffentlichen Dienst). Frauen bezogen 2011 im Mittel 793 Euro im Monat, Männer 1668 Euro.

Um den niedrigen Frauenanteil in der Politik zu thematisieren, starten die Grünen eine Kampagne, bei der die Parteichefs der Mitbewerber in Damen verwandelt abgebildet werden. Das Sujet "Franziska" Stronach liegt bereits vor. (red, DER STANDARD, 6.3.2013)

  • So könnten Werkzeugmacherinnen aussehen.
    foto: die grünen

    So könnten Werkzeugmacherinnen aussehen.

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