Telekom-Prozess: Sundt rechtskräftig frei

5. März 2013, 17:13
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Staatsanwalt berief gegen Fischer- und Colombo-Urteile

Zumindest für einen der fünf Angeklagten ist der Prozess um Kursmanipulationen der Telekom Austria (TA) ausgestanden: Heinz Sundt, von 2000 bis 2006 Generaldirektor der Telekom Austria, ist rechtskräftig frei gesprochen. Die Staatsanwaltschaft Wien hat auf Strafberufung verzichtet. Somit ist der Freispruch des Schöffensenats unter Richter Michael Tolstiuk rechtskräftig, Sundt ein unbescholtener Mann.

Strafausmaß zu niedrig

Sehr wohl Strafberufung eingelegt hat die Anklagebehörde gegen die Haftstrafen, zu denen Sundts Ex-Vorstandskollegen, Rudolf Fischer und Stefano Colombo, verdonnert wurden. Das Strafausmaß sei in beiden Fällen zu niedrig, bestätigte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. In der Urteilsbegründung hatte der Richter angeführt, dass Fischer „tatsachengeständig" gewesen sei und einen Teil des Schadens (500.000 Euro für Scheingeschäfte mit dem Lobbyisten Peter Hochegger) an die TA zurückgezahlt habe; das habe strafmildernd gewirkt. Erschwerend sei allerdings die Schadenshöhe von knapp zehn Mio. Euro gewesen.

Untreueverfahren

In die nächste Instanz zum Obersten Gerichtshof geht auch das Untreueverfahren gegen Ex-Telekom-Finanzchef Colombo, der bis zuletzt jede Involvierung in die 2004 bei Börsenmakler Johann Wanovits in Auftrag gegebene „Kurspflege" vehement bestritten hat. Colombo war am vergangenen Mittwoch zu 3,5 Jahren unbedingt verurteilt worden. Colombos Rechtsbeistand, Rudolf Mayer, hat seinerseits Nichtigkeit und Berufung angemeldet, wie er auf Standard-Anfrage bestätigt. (Von Luise Ungerboeck, DER STANDRD, 06.03. 2013)

Update

Auch das Urteil gegen Ex-Prokuristen Josef Trimmel wurde von dessen Verteidiger angefochten. Die Staatsanwaltschaft hat bei Trimmel keine Strafberufung erhoben. Damit kann es für Trimmel in der nächsten Instanz entweder besser werden oder sein Urteil - drei Jahre Haft, davon ein Jahr unbedingt - wird bestätigt.

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