Die SMS-Nachfolger für das Smartphone-Zeitalter

5. März 2013, 15:11
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Gratisprogramme ermöglichen Versand von Kurznachrichten

Seit dieser Woche können Mobilfunk-Kunden auch im Netz der Deutschen Telekom mit dem SMS-Nachfolger Joyn Textnachrichten und Multimedia-Inhalte verschicken. Die Telekom gab den Start des Dienstes am Montag auf der Elektronikmesse Cebit bekannt, Vodafone führte ihn schon vor einigen Monaten ein, und O2 will noch folgen. Joyn soll zum Nachfolge-Standard der SMS werden werden. Jedoch gibt es bereits eine Vielzahl ähnlicher Messenger-Dienste.

Welche Messenger-Dienste gibt es?

Beispiele sind WhatsApp, Yuilop oder kik. Auch Programme wie ICQ, Skype und Google Talk, die auch auf dem Computer funktionieren, sind für Smartphones verfügbar. Joyn ist vergleichsweise neu und ermöglicht auch Videoübertragungen während Anrufen. Auf Smartphones ist häufig schon ein Messenger-Dienst vorinstalliert. Auf diesen ist aber niemand festgelegt: Andere lassen sich als App herunterladen, wenn sie für das jeweilige Betriebssystem verfügbar sind. In Zukunft wird Joyn immer häufiger auf Handys vorinstalliert sein.

Wie kann ich diese Dienste nutzen?

Während bei der guten alten SMS das Mobilfunknetz für das Versenden der Nachricht herhält, ist für die Messenger eine Internetverbindung nötig. Es ist also je nach Nutzung empfehlenswert, eine mobile Daten-Flatrate zu buchen - Smartphone-Nutzer haben diese aber meist ohnehin. Ein weiterer wichtiger Unterschied zur klassischen SMS: Um mit Freunden beispielsweise über WhatsApp zu kommunizieren, müssen diese auch genau diesen Dienst auf ihrem Gerät installiert haben. Gleiches gilt auch bei Joyn. Der Versand von Nachrichten ist - wie bei der SMS - über die Grenzen der Mobilfunknetze hinweg möglich.

Was kosten die Messenger?

Kosten fallen natürlich für den Datentarif an, die Anwendungen selbst sind in der Regel kostenlos oder für kleines Geld zu haben. Die Joyn-App kann gratis heruntergeladen werden - vorerst aber nur für Handys mit dem Google-Betriebssystem Android. Die Anwendung für das iPhone von Apple soll folgen. WhatsApp kostet im App Store von Apple einmalig 0,89 Euro. Für Besitzer von Smartphones mit Android ist das erste Nutzungsjahr des Programms kostenlos - danach soll eine Jahresgebühr von weniger als einem Euro fällig werden.

Gibt es Sicherheitsbedenken?

Das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein etwa weist auf Bedenken von Datenschützern in den Niederlanden und Kanada wegen WhatsApp hin. Demnach kritisieren die Datenschützer, dass WhatsApp die Adressbücher der Smartphones von Nutzern automatisch ausliest und die Daten dann auf Servern des Unternehmens speichert. Problematisch sei dies, weil durch diese Funktion persönliche Informationen über Dritte auf den Servern von WhatsApp landeten, die den Geschäftsbedingungen des Unternehmens aber überhaupt nicht zugestimmt hätten.

Welche Alternativen gibt es?

Die Telekom betont, dass die Nutzung von Joyn bei ihr auf Grundlage der "strengen europäischen Datenschutzbestimmungen" erfolge. Unternehmenssitz und Server-Standorte seien in Deutschland. Das Adressbuch bleibe - anders als bei anderen Messengerdiensten - immer auf dem Smartphone und werde nicht auf international verteilte Server als Kopie hochgeladen und dort unbegrenzt gespeichert.

Wer keinen Messenger nutzen oder keine SMS schreiben will, kann immer noch auf eine E-Mail ausweichen. Smartphones können ohne Probleme E-Mails empfangen, wenn sie über eine Internetflat ständig mit dem Netz verbunden sind. Je nach Einstellung kann der Nutzer durch Vibrieren oder einen Signalton sofort nach ihrem Eingang auf sie aufmerksam gemacht werden.  (APA, 05.03. 2013)

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