Lehrer weiterhin drastisch unterfinanziert

5. März 2013, 14:51
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Slowakische Lehrer verdienen einen Bruchteil ihrer österreichischen Kollegen

Bratislava - Während sich in Österreich mit dem Regierungsvorschlag des neuen Lehrerdienstrechts ein deutliches Gehaltsplus von bis zu 700 Euro für einige Junglehrer anbahnt, bleiben Pädagogen in der benachbarten Slowakei weiterhin auf dem Abstellgleis: Das Bruttogehalt eines eintretenden slowakischen Lehrers erreicht mit aktuell 508 Euro Brutto im Monat weiterhin nur einen Bruchteil, nicht einmal ein Sechstel des künftigen Lohnniveaus seines österreichischen Kollegen, bilanziert die slowakische Tageszeitung Novy Cas am Dienstag.

Auswanderung befürchtet

Werden nun slowakische Lehrer wegen der besseren Verdienstmöglichkeiten nach Österreich auswandern? - fragt daher das Blatt. Nach monatelangen Streiks und Massenprotesten auf den slowakischen Straßen im Vorjahr hat die sozialdemokratische Regierung von Robert Fico den Pädagogen nämlich ab Jahresanfang lediglich Lohnerhöhungen von fünf Prozent zugesagt. Im Klartext bedeutet dies um 40 bis 50 Euro brutto mehr im Monat.

Somit kletterte beispielsweise das Gehalt eines slowakischen Mittelschullehrers, der bereits seit 20 Jahren in der Schule steht, auf durchschnittlich 756 Euro pro Monat. Für mehr ist in der Staatskasse kein Geld übrig, begründete die Regierung ihre harte Haltung, die Krise fordere von allen Bevölkerungsgruppen Opfer. Ursprünglich hatten die Lehrer zehn Prozent mehr Lohn verlangt.

Mit derart mageren Lohnerhöhungen kommen jedoch die chronisch unterfinanzierten Schulen nicht zurande und kündigen bereits an, einen Teil ihrer Pädagogen entlassen zu müssen. Besonders hart ist die Situation für eintretende Junglehrer, die im Vergleich schon jetzt pro Monat nur die Wochengage ihres österreichischen Kollegen bekommen. Absolventen pädagogischer Hochschulen in der Slowakei sind oft nicht in der Lage vom angebotenen Einstiegsgehalt von rund 500 Euro zu leben, viele der ausgebildeten Pädagogen sehen sich daher gezwungen in andere Berufe zu wechseln. Ein Antrittslohn von 3.100 Euro, wie jetzt in Österreich überlegt wird, ist für junge Lehrer in der Slowakei absolut unvorstellbar, kommentiert die Zeitung. (APA, 5.3.2013)

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