Allianz Österreich 2012 mit mehr Gewinn

5. März 2013, 12:47
1 Posting

Wien - Die Allianz-Versicherungsgruppe in Österreich steigerte 2012 ihre Prämieneinnahmen und den Gewinn. Die Tochtergesellschaften des deutschen Versicherungsriesen hätten sich besser als der Gesamtmarkt entwickelt und Marktanteile in der Personenversicherung und 20.000 neue Kunden gewonnen, so Allianz-Österreich-Chef Wolfram Littich.

Die Prämieneinnahmen stiegen um 1,1 Prozent auf 1,346 Mrd. Euro. Am Gesamtmarkt gab es ein Minus von 0,9 Prozent. Die Versicherungsleistungen der Allianz Österreich erhöhten sich um 12,3 Prozent auf 991,5 Mio. Euro, dabei gab es in Schaden/Unfall ein Plus von 16,4 Prozent auf rund 616 Mio. Euro.

Deutlich mehr ausgezahlt wurde für Naturkatastrophen-Schäden. Die Leistungen in der Sturmschadenversicherung habe sich 2012 auf 62,8 Mio. erhöht, nach 24,5 Mio. Euro 2011. Verantwortlich dafür seien viele kleine Ereignisse gewesen, so Littich. Nach den exzellenten Jahren 2010 und 2011 sei 2012 ein "halbwegs normales Naturkatastrophen-Jahr" gewesen.

Die Zahlungen für Einbruchsdiebstähle erhöhten sich auf 12,9 (12,2) Mio. Euro, die Zahl der Fälle auf 4.600 (4.100). Die Prämieneinnahmen in der Schaden-Unfall-Versicherung insgesamt stiegen im Vorjahr um 2,8 Prozent auf 885 Mio. Euro, am Gesamtmarkt um 3,4 Prozent

Einnahmerückgang bei Lebensversicherung

In der Lebensversicherung sanken die Allianz-Prämieneinnahmen um 3 Prozent auf 407 Mio. Euro. Am Gesamtmarkt betrug das Minus 6,7 Prozent. Bei den Lebensversicherungen gegen laufende Prämie gab es bei der Allianz Österreich ein leichtes Minus von 0,4 Prozent auf 357,6 Mio. Euro. Die Einmalerläge sanken um 18 Prozent auf rund 50 Mio. Euro. Die Gesamtverzinsung in der Lebensversicherung bleibt bei 3,25 Prozent. Die Leistungen in der Lebensversicherung erhöhten sich um 6,4 Prozent auf 345,4 Mio. Euro.

Das Einmalerlagsgeschäft sei grundsätzlich extrem volatil, so Littich. Die Rahmenbedingungen wie etwa die Erhöhung der steuerbegünstigten Mindestbindefrist, aber auch die Schwierigkeiten bei langfristigen Veranlagungen hätten die Sache nicht leichter gemacht. Die Versicherungswirtschaft wünsche sich eine Reduktion der derzeit 15-jährigen Behaltefrist. Die Allianz sehe einen Anstieg im Kerngeschäft, bei der klassischen Rentenversicherung und der Ablebensversicherung.

Bei der prämiengeförderten Altersvorsorge ("Zukunftsvorsorge) gab es ein Minus von 2,78 Prozent auf 55,6 Mio. Euro. Bei einer Reform der Zukunftsvorsorge sei der klare Wunsch der Branche eine Reduktion der verpflichtenden Aktienquote, so Littich. Über einen möglichen Zeitpunkt für die Reform wisse er nichts.

In der Krankenversicherung stiegen die Prämieneinnahmen um 6,9 Prozent auf 53,0 Mio. Euro, die Leistungen um 6 Prozent auf rund 31 Mio. Euro.

Die Combined Ratio (Schaden-Kosten-Quote) - Prämieneinnahmen im Verhältnis zu Schäden und Kosten - betrug 97,3 Prozent, nach 93,5 Prozent.

Das versicherungstechnische Ergebnis sank den heute präsentierten vorläufigen Zahlen zufolge um 12,4 Prozent auf 52,7 Mio. Euro. Das Investmentergebnis stieg um 82,4 Prozent auf 249,3 Mio. Euro. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) erhöhte sich um 29,5 Prozent auf 104,3 Mio. und der Jahresgewinn um 3,5 Prozent auf 78,7 Mio. Euro. Dem Aufsichtsrat wird eine Dividende von 55,4 Mio. Euro für 2012 vorgeschlagen.

Beschäftigt waren in der Allianz-Österreich-Gruppe rund 3.600 Mitarbeiter. Die Kapitalanlagen betrugen 5,547 Mrd. Euro, das ist ein Plus von 8,3 Prozent.

Für heuer ist Littich optimistisch. Erwartet wird ein stabiles profitables Wachstum. Bei der Combined Ratio sollte - je nach Entwicklung bei den Naturkatastrophen - eine Größenordnung von um die 95 Prozent erreichbar sein. (APA, 5.3.2013)

Share if you care.