Enzymtherapie könnte bei Hautschäden helfen

5. März 2013, 13:01
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Therapie gegen akute Hautschädigungen bei Strahlentherapie: Erste klinische Studie eines Wiener Biotech-Unternehmens konnte positiv abgeschlossen werden

Das Wiener Biotech-Unternehmen Apeiron könnte einen Schritt weit in Richtung der ersten Prophylaxe von Hautschäden durch Strahlentherapie gekommen sein. Am 5. März gab das Unternehmen bekannt, dass eine im März 2012 gestartete klinische Studie mit in Fettkügelchen (Liposomen) verpacktem humanen Superoxid-Dismutase-Enzym (Projektname "APN201") erfolgreich abgeschlossen worden ist.

Die Studie wurde an der Abteilung für therapeutische Radiologie und Onkologie der Medizinischen Universität Graz durchgeführt. Weder Ärzte noch Patienten wussten, ob das echte Medikament oder ein Placebo verabreicht wurde. Behandelt wurden 20 Brustkrebspatientinnen, die nach brusterhaltender Operation eine Bestrahlung erhielten. Es handelte sich also noch um eine sehr kleine wissenschaftliche Untersuchung.

Kollateralschäden der Strahlentherapie

Superoxid-Dismutase (SOD) ist das potenteste in der Natur vorkommende antioxidative Enzym. Es macht hoch-reaktive Sauerstoffradikale unschädlich, die während der Strahlentherapie entstehen und wirkt dadurch stark anti-entzündlich. Etwa jeder zweite Krebspatient wird zusätzlich zur Chemotherapie und Operation auch bestrahlt. Dadurch entstehen oft akute Hautschädigungen, die mit Verbrennungen vergleichbar sind. Diese können schwerwiegend sein und sogar zum Abbruch der Strahlentherapie führen.

Diese Kollateralschäden der Strahlentherapie werden heute ausschließlich symptomatisch mit Hautcremes behandelt."In dieser Pilotstudie (Phase Ib) wurde APN201 täglich aufgetragen und hat sich als sicher und gut verträglich erwiesen ohne Substanz-bezogene unerwünschte Nebenwirkungen. Außerdem zeigte APN201 erste Hinweise auf Wirksamkeit in Bezug auf Schmerzen, Erythem-Intensität (Hautrötung. Anm.) und der Zeitdauer bis zum Auftreten von Dermatitis (Hautentzündungen, Anm.) zweiten Grades", hieß es in einer Aussendung.

Aufgrund der kleinen Studiengröße sind diese Resultate nicht statistisch signifikant. Daher sind nun längere Wirksamkeitstests in Patienten mit Kopf-Hals-Krebs geplant, die zu einer höheren Inzidenz von stärkerer Strahlendermatitis tendieren. APN201 wird von Apeiron, dessen Co-Gründer der Leiter des Instituts für Molekulare Biotechnologie/IMBA in Wien, Josef Penninger ist, in Kollaboration mit dem österreichischen Unternehmen "CMO Polymun Scientific" entwickelt. (APA/red, 5.3.2013)

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