Neue Diagnosemethode für Lungenhochdruck

5. März 2013, 12:12
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CT-Aufnahmen werden speziell auf Blutflussgeschwindigkeit in der Lungenarterie ausgewertet - Ziel ist die Erkennung bereits im Anfangsstadium

Lungenhochdruck wird meist erst im fortgeschrittenen Stadium erkannt. Symptome wie Atemnot, Schwindelgefühl oder Müdigkeit werden oft fälschlich Asthma, anderen Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder dem Übergewicht zugeordnet. Eine neue Diagnosemethode per Computertomografie-Untersuchung wurde am Grazer Ludwig Boltzmann Institut für Lungengefäßforschung entwickelt.

Lungengefäße transportieren im Minutentakt das Blut des Körpers durch die Lunge. Ist das Atmungsorgan schlecht durchblutet, weil sich die darin befindlichen Blutbahnen verengen, steigt der Druck in den Lungenarterien an. Gegen diesen Widerstand kämpft die rechte Herzhälfte mit erhöhter Pumparbeit an, was schließlich zu einer fortwährenden Überlastung und Vergrößerung der rechten Herzkammer bis hin zum meist tödlichen Herzinfarkt führt.

Hoch spezialisierte Diagnoseabläufe

Atemnot, Herzklopfen und Schwindelanfälle unter Belastung: Für solche Symptome können daher auch krankhaft veränderte Lungengefäße verantwortlich sein. Die Diagnose des daraus resultierenden Lungenhochdrucks (pulmonale Hypertonie, PH) erfordert hoch spezialisierte Diagnoseabläufe von der Blutgasanalyse über EKG bis hin zur Herzkatheteruntersuchung.

"Wir waren auf der Suche nach einer Methode, mit der wir unter den Lungenpatienten - die eine Risikogruppe für Lungenhochdruck darstellen - auf eine möglichst sanfte und nicht-invasive Weise die Lungenhochdruckpatienten im frühen Stadium herausfiltern können", sagt Andrea Olschewski, Leiterin des Ludwig Boltzmann Instituts für Lungengefäßforschung.

Die Computertomografie (CT) habe sich bei pneumonalen Erkrankungen als Routineuntersuchung etabliert. Daher habe man mit der Forschungsarbeit bei dieser speziellen Röntgenuntersuchung angesetzt, die die Erstellung von Schichtaufnahmen des Organs ermöglicht, so Olschewski.

Während CT normalerweise vor allem für strukturelle Veränderungen von Organen herangezogen werden, fokussieren die Grazer Forscher hierbei vorzugsweise auf den Blutfluss in den Lungenarterien. Dieser könne aus der zeitlichen Abfolge der Schnittbilder mittels eines eigenen Auswertungsprogrammes erhoben werden. "Das Blut bei PH-Risikopatienten fließt langsamer, weil der Gefäßwiderstand erhöht ist", erklärte die Grazer Spezialistin. Mittels der CT-Auswertung habe man "Cut-off-Werte", die gesunde Personen von Patienten mit bereits mildem Lungenhochdruck unterscheiden würden, gut erkennen können, so die Forscherin. Die neue Methode sei aktuell zum Patent angemeldet. (APA/red, 5.3.2013)

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