Humor als Bindemittel in Unternehmen

5. März 2013, 12:11
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Humor kann ein Nährboden für ein fruchtbares Arbeitsklima sein, sagte Marie Osterbauer-Hofer beim HR-Circle

"Nüchtern, neutral, distanziert." Das sind die Adjektive, mit denen sich Kommunikation in Österreichs Unternehmen beschreiben lässt, sagt Marie Osterbauer-Hofer und fragt: "Warum nicht auch ein bisschen Persönlichkeit transportieren?" Es sei absurd, es in der Arbeit nicht zu tun, im Privaten komme es ja mit Erfolg zum Einsatz. Schließlich zeigten Studien die positive Wirkung von Humor, so die Unternehmensberaterin und Führungskräftetrainerin bei ihrem Vortrag im Rahmen des aktuellen HR-Circle. Das Thema: "Führen mit Fun".

"Eigentlich bin ich nämlich ganz anders, aber ich komme so selten dazu." In Anlehnung an den Schriftsteller Ödön von Horváth rät Osterbauer-Hofer Unternehmen, ihre Maske abzunehmen. Respektive den Führungskräften, denn die müssen die Rahmenbedingungen schaffen, damit sich Mitarbeiter "austoben“ können. Dabei gehe es nicht um das Einfügen von Smileys in die E-Mail-Korrespondenz, sondern darum, Freiräume für Witz und Persönlichkeit zu schaffen. Einfach einen Nährboden für ein fruchtbares Arbeitsklima.

Soziales Bindemittel

Es profitieren alle davon, ist sie überzeugt, denn Humor sei eine Ressource, ein soziales Bindemittel, das motivierte Mitarbeiter ermöglicht. Im Bemühen der Firmen, sich als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren, komme dem Arbeitsklima eine elementare Bedeutung zu, denn: "Es gibt immer Mitbewerber, die besser zahlen." Aufmerksamkeit erregen können Betriebe mit sozialer Kompetenz und mit zufriedenen Mitarbeitern. Was in den USA im Rekrutierungsprozess längst Usus sein, nämlich Führungskräfte auf ihre Humorkompetenz abzuklopfen, stecke in Österreich erst in den Kinderschuhen, erzählt Osterbauer-Hofer. Hier ortet sie noch viel Potenzial.

Kompetenz manifestiere sich nicht darin, über die Sache selbst – etwa ein belastendes Ereignis - zu lachen, sondern die Frage sei viel mehr: "Wie gehe ich damit um?" Humor und Empathie seien kein Widerspruch. Echte Wertschätzung und Respekt gegenüber Mitarbeitern könnten so zum Ausdruck gebracht werden.

Bei Führungskräfte sei das Scheitern ja immanent, "Humor hilft aber beim besser Scheitern", sagt Osterbauer-Hofer - und warnt: "Humor kann fachliche Kompetenz nicht ersetzen, sondern nur verstärken." (red, derStandard.at, 5.3.2013)

Hinweis

Der nächste HR-Circle findet am 4. April um 18.00 Uhr statt

Thema

Unternehmenskultur - Welche Auswirkungen hat sie und wie kann man sie steuern? - Podiumsdiskussion mit Ronny Hollenstein, Martin Wenderoth, Thomas Krumpholz und Eric Samuiloff

Link

www.hrcircle.at

  • Marie Osterbauer-Hofer.
    foto: derstandard.at

    Marie Osterbauer-Hofer.

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