Physiker "verknoten" erstmals Wasser

4. März 2013, 21:56
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Verknotete Wirbel mit Hilfe von 3D-Schablonen geschaffen - auch der Bildnachweis gilt als Erfolg

bild: kleckner/irvine
Bild: Kleckner/Irvine

Der Knoten im Schuhband ist kein Vergleich zu den Knoten, von denen PhysikerInnen und MathematikerInnen sprechen: Geschlossene Verknüpfungen, die kein Ende haben – und deshalb auch nicht aufgeschnürt werden können. Zu den einfachsten zählen der Kleeblattknoten (Bild oben) und zwei verknüpfte Ringe (Hopf-Verschlingung). Nun ist es Physikern mit Hilfe von 3D-Schablonen – der Miniaturausgabe eines Flugzeugflügels aus dem 3D-Drucker – erstmals gelungen, im Labor derartige Verknüpfungen aus Wasser zu schaffen.

Der Erfolg, Wasser zu "verknoten", gelang über ein Jahrhundert nach den ersten dementsprechenden theoretischen Überlegungen und wird in "Nature Physics" beschrieben. Damit ebnen Dustin Kleckner und William Irvine von der University of Chicago in Illinois (USA) den Weg, um Strömungen und Verschränkungen in einer Reihe von Phänomenen zu untersuchen – zum Beispiel ionisiertes Gas in der äußeren Atmosphäre der Sonne oder supraleitende Materialien. Auch der Bildnachweis des verknoteten Wirbels – mit Hilfe kleinster Gasbläschen und einer Hochgeschwindigkeitskamera – gilt als bemerkenswerter Erfolg.

--> Nature: Physicists twist water into knots

--> New Scientist: First fluid knots created in the lab

(red, derStandard.at, 4.3.2013)

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