Staatsanwältin belastet Berlusconi im Prostitutionsprozess

4. März 2013, 19:18
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Fiorillo als Zeugin in Prozess gegen Italiens Ex-Regierungschef

Rom - Im Prozess gegen Silvio Berlusconi wegen Förderung der Prostitution Minderjähriger und Amtsmissbrauchs hat eine Staatsanwältin den früheren italienischen Regierungschef belastet. Annamaria Fiorillo sagte am Montag als Zeugin vor dem Gericht in Mailand aus, wie italienische Medien berichteten. Sie hatte demnach in der Nacht vom 27. auf den 28. Mai 2010, als die marokkanische Tänzerin Karima El Mahrough alias Ruby festgenommen wurde, Dienst im Mailänder Jugendgericht. Sie setzte sich nach eigenen Worten dafür ein, dass die damals minderjährige Ruby in eine betreute Wohngemeinschaft kommt.

"Ich habe an meiner Position vehement festgehalten, und die lautete, dass das Mädchen in eine Wohngemeinschaft verlegt werden sollte, weil ich sie der Prostitution verdächtigte", sagte Fiorillo. Sie bekam demnach in der fraglichen Nacht vier Anrufe von der Polizei, bis schließlich eine Beamtin sagte, dass es keinen freien Platz in einer Einrichtung für die Marokkanerin mehr gebe. Außerdem habe sich eine Regierungsberaterin namens Nicole Minetti vorgestellt, die das Mädchen in ihre Obhut nehmen wolle, da Ruby "die Nichte von Hosni Mubarak", dem damaligen ägyptischen Präsidenten, sei.

"Ich habe geantwortet, dass mir gesagt wurde, dass sie Marokkanerin ist, und deshalb wohl maximal die Tochter des marokkanischen Königs sein könnte", sagte Fiorillo. Sie habe der Polizeibeamtin außerdem gesagt, dass diese die Verantwortung trage, wenn das Mädchen nicht in eine Einrichtung gebracht würde. Minetti hatte die junge Frau schließlich abgeholt, angeblich nachdem sich Berlusconi in den Fall eingeschaltet hatte. Unter anderem deshalb und weil er für Sex mit Minderjährigen bei Partys in seiner Villa bezahlt haben soll, ist Berlusconi angeklagt.

Der Staatsanwalt Antonio Sangermano gab sich vor Gericht überzeugt, dass Berlusconi ein "Prostitutionssystem" in seinem Anwesen aufgebaut habe. Junge Mädchen seien mit Geld und "Angeboten wie Aussichten auf einen beruflichen Aufstieg" entlohnt worden, darunter in der Politik, sagte er in seiner Beweisführung. Der Prozess gegen Berlusconi hatte im April 2011 begonnen. Ein Urteil soll noch im März gesprochen werden. Wegen Amtsmissbrauchs drohen Berlusconi zwölf Jahre Haft, für Prostitution Minderjähriger drei Jahre. (APA, 4.3.2013)

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