Waren Hasen am Niedergang der Neandertaler beteiligt?

4. März 2013, 18:49
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Forscher belegen These mit auffälligen Knochenfunden

London/Wien - Es klingt wie ein 1.-April-Scherz. Doch John Fa meint es ernst: Der Forscher geht mit seinem britisch-spanischen Team davon aus, dass auch Hasen schuld daran gewesen sind, dass die letzten Neandertaler vor rund 35.000 Jahren im heutigen Spanien ins Gras bissen. Die These wird von der Kollegenschaft als durchaus seriös eingestuft, schließlich konnte sie im angesehenen "Journal of Human Evolution" veröffentlicht werden.

Fa hat mit seinen Kollegen in drei Höhlen in Spanien und Südfrankreich, die von Neandertalern und danach von modernen Menschen bewohnt wurden, die Knochenreste einer genauen Untersuchung unterzogen. Dabei fiel den Wissenschaftern auf, dass in den älteren Schichten jede Menge Hirschknochen und Überreste von anderen großen Wildtieren zu finden waren. In den Knochenschichten hingegen, die jünger als 30.000 Jahre alt waren und auf Homo sapiens zurückgingen, dominierten die Knochen von Hasen, Kaninchen und anderen Kleinsäugern.

Homo sapiens erfolgreicher bei der Hasenjagd

Die These der Forscher: Neandertaler seien gut im Jagen von großen Tieren gewesen. Möglicherweise gingen deren Bestände aber vor rund 50.000 Jahren zurück. Und als vor allem Hasen als Beute blieben, hätten sie versagt. Homo sapiens hingegen dürfte bei der Hasenjagd erfolgreicher gewesen sein - vermutlich, weil er besser kooperierte.

Einige Fachkollegen sind skeptisch, schließlich hätten die Neandertaler nicht nur Fleisch gegessen. Fa will genau das als Nächstes prüfen - und Neandertaler-Knochen analysieren, um zu klären, was ihre Nahrung war. (tasch, DER STANDARD, 5.3.2013)


Abstract
Journal of Human Evolution: Rabbits and hominin survival in Iberia

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    Ließ Meister Lampe die Neandertaler ins Gras beißen? Forscher vermuten, dass Neandertaler unfähig gewesen sind, Hasen erfolgreich zu jagen.

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