Mordversuch an Grazer Pensionisten: Lebenslange Haft für Haupttäter

4. März 2013, 15:18
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14 und 18 Jahre Haft für drei weitere Beschuldigte - Urteil nicht rechtskräftig

Graz - Weil sie einen Grazer Pensionisten brutal zusammengeschlagen und beraubt haben sollen, sind am Montag vier Rumänen im Grazer Straflandesgericht wegen versuchten Mordes und schweren Raubes verurteilt worden. Der mutmaßliche Anstifter wurde zu lebenslanger Haft, zwei Angeklagte zu 14 und einer zu 18 Jahren Gefängnis verurteilt.

Der Überfall ereignete sich vor fast genau einem Jahr, als der Pensionist an einem Sonntag von einem Flohmarkt nach Hause radelte, wo er Schmuck und Münzen verkauft hatte. Auf dem Heimweg wurde er von zwei Männern überfallen, die ihm die Tasche mit der nicht verkauften Ware wegnahmen und ihn zusammen mit einem dritten Komplizen zusammenschlugen. Als der Mann bereits am Boden lag, traten die Räuber auf ihn ein und schlugen auch noch mit einer Schneestange zu. Den vermeintlich Toten warfen sie dann hinter einen Sichtschutz neben der Straße, den sie nach Meinung der Staatsanwältin bereits zu diesem Zweck errichtet hatten.

Anklage: "Unverhältnismäßiger Gewaltexzess"

Als Haupttäter wurde ein fast 70-Jähriger ermittelt, der die anderen drei Angeklagten im Alter von 21 bis 26 Jahre angestiftet haben soll, selbst aber nicht dabei gewesen ist. Er wurde allerdings in Tatortnähe und mit dem Schmuck in der Tasche geschnappt. Vor Gericht bekannte er sich nicht schuldig, ein anderer war voll geständig, zwei gaben zumindest den Raub zu.

Die Anklägerin sprach von einem "unverhältnismäßigem Gewaltexzess", bei dem das Opfer nicht nur mehrere Rippenbrüche, sondern auch Kopf- und eine Kieferverletzung erlitten hatte. Sie ging davon aus, dass der Tod des Mannes von vorne herein beschlossene Sache war, denn wäre es nur um Raub gegangen, hätten die Männer anschließend einfach flüchten können. "Sie wollten verhindern, dass er sie identifiziert", so die Anklägerin.

Die Geschworenen berieten gut zwei Stunden und befanden dann den ältesten Angeklagten für schuldig der Anstiftung zum Mordversuch und zum Raub, was ihm eine lebenslange Haftstrafe eintrug. Der zweite Beschuldigte wurde zu 18 Jahren verurteilt, der geständige Angeklagte und der jüngste Täter müssen jeweils 14 Jahre hinter Gitter. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. (APA, 4.3.2013)

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