Stronach: "Man erwartet sich immer mehr"

4. März 2013, 15:21
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Kaufmann-Bruckberger wird in Niederösterreich Landesrätin, Laki Klubobmann - Stronach kündigt weitere Überläufer im Nationalrat an

St. Pölten/Klagenfurt/Oberwaltersdorf - Frank Stronach hat sich offenbar noch etwas mehr vorgestellt als die erreichten 9,8 beziehungsweise 11,3 Prozent bei den Landtagswahlen in Niederösterreich und Kärnten. Bei einer Pressekonferenz in Oberwaltersdorf meinte Stronach am Montag, die Leute hätten ihm zwar gesagt, das Ergebnis sei "sehr beachtlich", aber: "Man erwartet sich immer mehr."

Für die Nationalratswahl im Herbst ist Stronach nun "sehr optimistisch": "Die Bewegung kommt jetzt ins Rollen." Er bestätigte, dass er bei der Nationalratswahl als Spitzenkandidat ins Rennen gehen wird.

Kaufmann-Bruckberger soll Landesrätin werden

In Niederösterreich wird nicht wie zunächst angedacht der Listenzweite Ernest Gabmann jun. den eroberten Regierungssitz einnehmen, sondern die Nationalratsabgeordnete Elisabeth Kaufmann-Bruckberger. Als Ressort in der Landesregierung wünscht sie sich Finanzen oder Wirtschaft, auch wenn sie nicht glaube, dass sie diese Ressorts bekommen werde.

Die Klubführung soll nun statt der zunächst angedachten Kaufmann-Bruckberger der frühere Rechnungshof-Beamte Walter Laki übernehmen. Stronach begründete diese Entscheidung damit, dass Laki über mehr Erfahrung verfüge. Er schätze aber auch Gabmann sehr, dieser sei noch sehr jung und könne "vielleicht in fünf Jahren Landeshauptmann" werden.

Nach Kaufmann-Bruckbergers Wechsel vom Nationalrat in die Landespolitik muss das Team Stronach nun Ersatz im Parlament finden, um den Klubstatus nicht zu verlieren. "Der Klubstatus ist uns sehr wichtig", betonte Stronach. Es gebe deshalb schon Gespräche mit Abgeordneten anderer Parteien über einen Wechsel, Details wollte er nicht nennen. Eine Entscheidung könnte demnach in den nächsten ein bis zwei Wochen fallen. Fix ist hingegen, dass Stronach - obwohl Spitzenkandidat - nicht in den niederösterreichischen Landtag einzieht.

Stronach will Köfer vorerst nicht in Klub integrieren

Der von der SPÖ zu Stronach übergelaufene Nationalratsabgeordnete und Kärntner Spitzenkandidat Gerhard Köfer soll laut Stronach vorerst nicht in den Parlamentsklub integriert werden. Ob Köfer den eroberten Sitz in der Kärntner Landesregierung übernehmen wird, "überlasse ich den Kärntnern", sagte Stronach. Wer das Bundesratsmandat des Teams Stronach übernehmen wird, sei ebenfalls noch nicht entschieden.

Dass die ÖVP mit Erwin Pröll in Niederösterreich die absolute Mehrheit verteidigte, gefällt Stronach zwar nicht. Für Niederösterreich wäre es seiner Ansicht nach ohne Abslute für die ÖVP besser, aber: "Es kommt, wie es kommt." Die Verluste der FPÖ in beiden Ländern wollte er nicht kommentieren.

Antreten in Tirol und Salzburg ungewiss

Ob das Team Stronach Ende April in Tirol und Anfang Mai in Salzburg antreten wird, ließ Stronach offen. Wenn sich die richtigen Leute zusammenfänden, werde er sie unterstützen. Das werde aber noch etwas Zeit brauchen.

Die Europapolitik ist Stronach offenbar herzlich egal. "Vergiss Brüssel", sagte er auf eine entsprechende Frage.

Stronach kündigte an, dass er am Dienstag wieder nach Kanada fliegen und erst in der ersten April-Woche zurückkommen werde. Dann werde er auch das Parteiprogramm präsentieren, das "zu 99 Prozent fertig" sei. Fix in Österreich bleiben will der Milliardär weiterhin nicht, weil er "weltweite Tätigkeiten" habe. (APA, 4.3.2013)

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    Frank Stronach hat sich am Sonntag noch ausgeruht, am Montag trat er vor die Presse.

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