Neue Methode zum Nachweis komplexer Enzymderegulationen

4. März 2013, 15:03
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Verfahren benötigt weniger Untersuchungsmaterial und kann gleichzeitig mehrere Dimensionen nachweisen

Wien - Eine neue Methode zum Nachweis komplexer Enzymderegulationen hat das Team von Markus Hengstschläger, Leiter des Instituts für Medizinische Genetik an der MedUni Wien, entwickelt. Damit sollen künftig noch gezieltere Behandlungen von Krebserkrankungen möglich werden. Die Ergebnisse dieser Forschung haben Hengstschläger und seine Mitarbeiter nun im renommierten Fachmagazin "Nature Protocols" veröffentlicht.

Eine normale Zelle im Körper verwandelt sich in eine Tumorzelle, wenn Enzyme, die für die Übertragung von Signalen verantwortlich sind, verändert, also dereguliert, sind. Diese Veränderungen können vielfältig sein und zum Beispiel die Menge des Enzyms und seine Aktivität, seine Lokalisation innerhalb der Zelle oder auch die Fluktuation des Enzyms während des Zellzyklus betreffen. Bisher konnte in einer Analyse meist nur eine dieser Dimensionen untersucht werden, hieß es in einer Aussendung der MedUni am Montag.

Gleichzeitiger Nachweis mehrerer Dimensionen der Enzymderegulation

Mit der neuen Methode können nun gleichzeitig mehrere Dimensionen der Enzymderegulation nachgewiesen werden, und das mit wesentlich weniger Untersuchungsmaterial als bisher notwendig. Hengstschläger: "Je früher und sensitiver der Nachweis tumor-auslösender Veränderungen von Enzymen in Zellen möglich ist, umso eher können therapeutische Maßnahmen gesetzt werden und umso genauer können die zellulären Effekte von Tumormedikamenten untersucht und bewiesen werden."

Die neue Methode basiert auf dem Verfahren der "Durchfluss-Zytometrie", einem bekannten High-Tech-Messverfahren, bei dem viele Zellen gleichzeitig nach bestimmten, unterschiedlichen Eigenschaften analysiert werden können. Die Autoren haben das Verfahren bereits für eine Reihe von Proteinen angewendet, die bei der Tumorentstehung relevant sind und deren Regulation in normalen Zellen - Stammzellen oder Fibroblasten - mit jener in bestimmten Tumorzellen verglichen. In zukünftigen Forschungsprojekten wollen die Wissenschafter um Markus Hengstschläger nun die Methode an einer großen Anzahl verschiedener veränderter Zellen, die für einzelne Tumorerkrankungen charakteristisch sind, testen. (APA, 4.3.2013)

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