Bauern zahlen Strafe für zu viel Milch

4. März 2013, 14:22
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Zu viel produzierte Milch kostet die österreichischen Bauern 2012/13 über 28 Millionen Euro

Wien - Die heimischen Milchbauern haben in den vergangenen Monaten erneut mehr Milch produziert als von der EU erlaubt. Zwischen 1. April 2012 und 10. Februar 2013 ergibt sich durch die Überlieferung der Milchquote von 101.785 Tonnen bereits eine Strafzahlung von 28,33 Mio. Euro, geht aus dem aktuellen AMA-Milchbarometer hervor. Die heimische Milchproduktion belief sich in diesem Zeitraum auf knapp 2,9 Mio. Tonnen. Das "Milchjahr" endet Ende März.

Die Ausweitung der Produktion passiert zu einem für Milchbauern und Molkereien kritischen Zeitpunkt: Im Jahr 2015 werden die Quoten abgeschafft und der europäische Milchmarkt damit liberalisiert. Österreich hatte bereits 2011/12 die prozentuell höchste Überlieferung der Milchquote unter allen 27 EU-Staaten und musste 33,5 Mio. Euro zahlen.

Um die Milchüberschüsse zu beschränken, führte die damalige Europäische Gemeinschaft (EG) im Jahr 1984 eine Quotenregelung ein. Jedem Mitgliedstaat wurde eine feste Milch-Produktionsquote zugewiesen. Liefert ein Milchbauer mehr Milch, als er über Quoten verfügt, muss er Strafe ("Superabgabe") zahlen. Die Abgabe ist so hoch festgelegt, dass die Milchproduktion ökonomisch unrentabel werden soll.

Die EU-Kommission hatte 2008 beschlossen die Milchquotenregelung im Jahr 2015 auslaufen zu lassen. Ob die Liberalisierung des Milchmarktes wieder zu einer deutlichen Überproduktion - Stichwort "Milchsee"- in Europa führen wird, ist unter Experten umstritten. (APA, 4.3.2013)

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    Zu viel Milch.

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