Russland erinnert an Stalins Tod vor 60 Jahren

4. März 2013, 13:52
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Kremlkritische Zeitungen veröffentlichen Erschießungslisten des Diktators - Kommunisten wollen rote Nelken an sein Grab legen

Moskau - Vor dem 60. Todestag von Josef Stalin an diesem Dienstag haben in Russland Menschenrechtler und regierungstreue Kräfte auf unterschiedliche Weise des Sowjetdiktators gedacht. Die Menschenrechtsorganisation Memorial verurteilte ihn als "Henker", der Morde an Hunderttausenden Menschen befohlen habe. Kremlkritische Zeitungen wie "Nowaja Gaseta" und "The New Times" veröffentlichten von Stalin (1879-1953) unterzeichnete Erschießungslisten.

Die russisch-orthodoxe Kirche, die selbst unter Repressionen der Stalin-Zeit gelitten hatte, hob am Montag auf einer Konferenz auch Erfolge des Politikers beim Aufbau des sowjetischen Imperiums hervor.

Stalin starb am 5. März 1953. An seinem Grab an der Kremlmauer in Moskau wollen Kommunisten rote Nelken niederlegen. Die russische Gesellschaft ist tief gespalten im Umgang mit Stalin. Memorial beklagte, dass die Verbrechen kaum aufgearbeitet würden.

"Wir sollten alles dafür tun, dass sich diese Verbrechen nicht wiederholen", sagte der Geistliche Wsewolod Tschaplin vom Moskauer Patriarchat auf einer Stalin-Konferenz der Kirche. Gleichwohl sei "offensichtlich", dass zu seinen Lebzeiten große Siege etwa gegen den Hitler-Faschismus, aber auch Durchbrüche in Wissenschaft, Technik und Industrie errungen worden seien, betonte Tschaplin. (APA, 4.3.2013)

  • Eine Statue von Josef Stalin im Innenhof eines Wohnkomplexes im georgischen Tbilisi. Stalin hat georgische Wurzeln.
    foto: epa/zurab kurtsikidze

    Eine Statue von Josef Stalin im Innenhof eines Wohnkomplexes im georgischen Tbilisi. Stalin hat georgische Wurzeln.

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