Schweizer Güterverkehr soll unter die Erde

4. März 2013, 11:09
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Zuviel Verkehr auf Schienen und Straßen, die Schweizer Transportwirtschaft sucht nach Lösungen, auch im Untergrund

Stau auf den Straßen gehört heute zum Alltag. Das gilt auch für die Schweiz. Entspannung ist hinsichtlich der Verkehrsströme nicht in Sicht: Bis 2030 rechnen Experten mit einer weiteren Zunahme von rund 25 Prozent. Auch beim Gütertransport auf der Schiene gehen Experten für die Schweiz von einem Wachstum von 77 Prozent aus. Die Verkehrsinfrastruktur hält mit dem Wachstum nicht mit. Wohin mit all dem Verkehr fragen sich nun nicht nur die Planer der Schweizer Verkehrsministerin Doris Leuthard, sondern auch die betroffene Transportwirtschaft. Eine mögliche Antwort lautet: unter die Erde.

Ein vom Bund mitfinanziertes Projekt prüft die Verlagerung des Güterverkehrs in den Untergrund. Seit über einem Jahr arbeitet eine Projektgruppe unter der Leitung der Zürcher Firma Cargotube an dieser Vision.  Ein erster Zwischenbericht zum Projekt "Cargo sous terrain" sei positiv ausgefallen, schreibt das Beratungs- und Ingenieurbüro auf seiner Webseite.

Geht es nach den Projektbetreibern, so sollen Güter in einem unterirdischen Tunnelsystem automatisch mit unbemannten Fahrzeugen zwischen verschiedenen Logistikzentren transportiert werden. Die Waren würden dabei laut einem Bericht der Schweizer Zeitung "NZZ am Sonntag" mit einer Geschwindigkeit von maximal 30 Kilometern pro Stunde befördert. Dank der Verlegung unter die Erde wäre ein 24-Stunden-Betrieb möglich.

In einer ersten Etappe werde die Strecke zwischen Härkingen im Kanton Solothurn und dem Großraum Zürich geplant. Neben privaten Investoren ist auch der Bund am Projekt beteiligt. Er zahlt 100.000 Franken an eine Machbarkeitsstudie, wie Florence Pictet, Sprecherin des Bundesamtes für Verkehr (BAV), bestätigte. Die Kosten für den Bau dieser rund 50 Kilometer langen Strecke beziffert die "NZZ am Sonntag" auf 1,4 bis 2 Mrd. Franken (1,1 bis 1,6 Mrd. Euro). Bis Ende des Jahres soll die Machbarkeitsstudie vorliegen. (red, derStandard.at, 4.3.2013)

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