Apps bauen ohne Programmierkenntnisse

15. März 2013, 18:09
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Simple Android- und iPhone-Apps können auch ohne Programmieren erstellt werden

Wer für eine Veranstaltung oder sein kleines Unternehmen eine App erstellen will, lagert dies entweder aus oder macht es ganz einfach selbst. Wie die Pilze sprießen im Moment Dienste aus dem Boden, die Usern das Bauen einfacher und unkomplizierter Anwendungen erlauben. Beim Mobile World Congress war unter anderem AppMachine vertreten.

Wie Lego

AppMachine befindet sich noch in der Beta-Phase, eine Anmeldung ist aber bereits möglich. Mit nur einigen Klicks soll es dort möglich sein, eine App für Smartphones zu bauen. Dabei können einzelne Bausteine verwendet werden, die von Events, Anrufen, Facebook-Integration, Wetter, Voting-Möglichkeiten und Email bis hin zu Spotify- und Produktintegration reichen.

E-Commerce

Im Lego-Baustein-Look werden dabei einzelne Elemente ausgewählt und zur App hinzugefügt. Das Design kann ebenfalls adaptiert werden und ein eigenes Analyse-Dashboard zeigt Statistiken zur App an. Für E-Commerce-Anbieter gibt es auch die Möglichkeit, Usern Produkte direkt über die App anzubieten und zu verkaufen. Musiker können Tourdaten, Alben und Spotify in ihre Apps integrieren, der User kann die Songs dann über iTunesoder Beatport kaufen.

Klick, klick, klick

Auch eine Kartenintegration ist möglich, sodass man verschiedene Standorte von Filialen anzeigen lassen kann oder andere wichtige Punkte auf einer Karte markiert. Eigene Daten aus Excel-Sheets, XML oder JSON Feeds könne einfach in die App geladen werden. Mit nur einem einzigen Klick kann die App dann auf iTunes und Google Play veröffentlicht werden.

Ab 399 Euro

Wo die App heruntergeladen wurde, wieviele User diese verwenden und welche Inhalte in der App am beliebtesten sind, kann über das Analyse-Dashboard eingesehen werden. Der Preis ist wesentlich günstiger als der herkömmliche Weg, eine App zu programmieren, ganz billig ist es allerdings trotzdem nicht: Die Basis-Variante kostet 399 Euro. Wer ein etwas ausgefeilteres Design möchte und bessere Statistik-Funktionen verlangt, muss 699 Euro auf den Tisch legen. Die Premium-Version mit allen Möglichkeiten kostet 1499 Euro. Für Push-Notifications müssen noch einmal 99 Euro bezahlt werden.

Drag & Drop

Neben AppMachine gibt es noch zahlreiche weitere Tools, mit denen die Erstellung von Apps einfach funktionieren soll. Zwar sind nicht alle Tools nutzbar, wenn man überhaupt keine Programmierkenntnisse mitbringt, die Programmierung wird damit aber auf jeden Fall erleichtert. Der vom MIT entwickelte App Inventor ist für Android-Apps gedacht und völlig kostenlos. Einfache Funktionen wie Bilder, CheckBoxen, Text und Social Media können mittels Drag & Drop der App beigefügt werden.

Web-Technologien

Das Apache Cordova Tool stellt eine Plattform dar, die native Apps mittels HTML, CSS und JavaScript erstellen lässt. Grundlegende Programmierkenntnisse sind hier also nötig. Das Tool ist im Gegensatz zu App Inventor und AppMachine kein Browser-Tool, sondern wird lokal installiert – kostenlos. Apache Cordova greift dabei auf verschiedene Geräte-APIs zurück, um auf Funktionen des Smartphones zugreifen zu können. Hier werden anstatt von Java oder Objective-C Web-Technologien wie JavaScript verwendet.

Sitzfleisch

Eine weitere Möglichkeit zum Erstellen von Android-Apps ist AppYet. Nachdem man sich mit einer E-Mail-Adresse angemeldet hat, geht es schon los: Aus Menüs und Einstellungen kann eine App gebastelt werden. Die werbefreie Pro-Version kostet aber 49 US-Dollar pro Jahr. Leider ist das Menü von AppYet etwas mager und unlogisch aufgebaut. Wer aber etwas Sitzfleisch investiert, wird mit Sicherheit auch damit eine einfache Android-App zusammenbringen.

Wissensgrundausstattung

Während diese Tools immer mehr an Bedeutung gewinnen, sollte nicht vergessen werden, dass Programmieren immer wichtiger wird und zu der Wissensgrundausstattung des 21. Jahrhunderts zählt. Zwar muss nicht jeder Internet-Nutzer Objective-C oder Java beherrschen, ein Grundwissen in der Skriptsprache HTML oder JavaScript ist beim Erstellen einer App mit Sicherheit von Vorteil. Aufpassen sollte man jedenfalls, sich nicht abzocken zu lassen. Wem es wert ist, dafür Geld auszugeben, der kann es entweder in professionelle Hände legen oder sollte im anderen Fall zumindest einen Grundstock an Programmierkenntnissen aufbauen, die beim Erstellen zum Einsatz kommen. (iw, derStandard.at, 15.3.2013)

  • bei AppMachine soll mit nur wenigen Klicks die Erstellung einer iOS- oder Android-App möglich sein
    screenshot: appmachine.com

    bei AppMachine soll mit nur wenigen Klicks die Erstellung einer iOS- oder Android-App möglich sein

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