Zweite Runde für Strom-Angebot bei Hofer

4. März 2013, 10:30
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Mit dem Diskonter-Paket hat der Stromanbieter auf einen Schlag 5.000 Kunden dazugewonnen, weitere Aktionen sind geplant

Wien - "Da capo" könnte es für das im Jänner so erfolgreiche oekostrom-Angebot bei Hofer heißen, mit dem der alternative Stromanbieter auf einen Schlag 5.000 Kunden dazugewonnen hat. "Das ist wiederholbar", sagte oekostrom-Vorstand Horst Ebner: "Wir planen schon beide eine weitere Aktion." Ein Zeitpunkt dafür ist aber noch offen. Mit dem Hofer-Angebot konnte die Kundenzahl seit Jahresende von 15.000 auf über 20.000 erhöht werden, schon länger hat Ebner zumindest 30.000 im Visier.

Angeboten wird von der oekostrom AG ausschließlich zu 100 Prozent aus erneuerbarer Energie gewonnener Strom aus Sonne, Wind, Biomasse oder Wasserkraft. Ein Zehntel entscheidet sich sogar für das rund ein Fünftel teurere "Premium"-Produkt, bei dem es mindestens 20 Prozent Elektrizität aus "Erneuerbaren" gibt, während beim "Basic"-Angebot rund 95 Prozent aus Kleinwasserkraft und etwa 5 Prozent aus Windenergie stammen. Der "Premium"-Strom trägt zusätzlich das heimische Grünstrom-Umweltzeichen von Lebensministerium und VKI.

Preislich sei das Basis-Angebot der oekostrom AG, für das sich zirka 90 Prozent der Kunden entscheiden, durchaus konkurrenzfähig. Ja, das Verbund-Wasserkraftstrom-Angebot sei günstiger, aber nur im ersten Jahr, verweist Ebner auf den 130-Tage-Rabatt, wodurch es für die ersten zwölf Monate über 30 Prozent Preisnachlass gebe; auf zwei Jahre gerechnet komme aber schon das oekostrom-Produkt günstiger.

Kapitalerhöhung

Für Anfang 2014 plant das rund 2.000 Aktionären gehörende Unternehmen laut Ebner eine weitere Kapitalerhöhung, mit der man Geld einsammeln möchte. Die Kurse für die 113.277 Anteilsscheine bewegen sich derzeit mit an die 110 Euro knapp über dem 100-Euro-Nominale, die Bewertungen lauten aber auf 135 und 149 Euro pro Aktie - und als der Energiefachmann im Herbst 2010 von MyElectric zu oekostrom gewechselt ist, seien es weniger als 70 Euro gewesen.

Grund für den damals niedrigen Kurs waren Probleme im Unternehmen, mit denen zwar aufgeräumt werden konnte, dennoch schleppt man in der oekostrom AG noch einen Verlustvortrag von (2011) gut 7 Mio. Euro mit, die Bilanz 2012 wird erst Mitte Mai vorgelegt. Die Gruppe erzielte 2011 rund 34,5 Mio. Euro Umsatz, 2012 waren es angesichts des laut Ebner "bisher besten Wind-Jahres für uns" etwas mehr. Die Stromerzeugung hatte sich 2011 auf 42,5 GWh belaufen, bezogen wurde die Produktion damals von 16 Wind- und 2 Photovoltaik-Kraftwerken. Auch der Endkunden-Stromabsatz von 105,2 GWh dürfte voriges Jahr wegen des höheren Windangebots und vermehrtem Vertrieb angestiegen sein, so Ebner.

Kritik

Die derzeit häufige Kritik an der deutschen "Energiewende" und einer Ökostrom-Überförderung kann Ebner kaum nachvollziehen. Ja, es sei richtig, dass den Ökostrom jemand anderer finanziere als der Markt, nämlich der Kunde. In Deutschland sei die EEG-Umlage dafür ungleich höher als die Förderung in Österreich, dafür spare sich das Nachbarland große Geldsummen, die ansonsten für den Import fossiler Energieträger wie Öl und Gas zu zahlen wären.

Dass sich derzeit Gaskraftwerke und auch Pumpspeicheranlagen kaum rechnen, liege vor allem an der seit der Wirtschaftskrise generell verhaltenen Nachfrage nach Strom sowie an den ölpreisgebundenen Langfrist-Gaslieferverträgen. Peak- und Peak-off-Zeiten ließen sich heute nicht mehr so leicht vorhersagen, da der Strompreis nicht wie früher primär nachfragegetrieben, sondern mittlerweile auch stark durch die Erzeugung beeinflusst werde. Deshalb rechne sich derzeit nicht jede Kraftwerksinvestition, das werde sich längerfristig aber wieder ändern, nimmt Ebner an. (APA, 4.3.2013)

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