Kambodscha: Dolmetscher bestreiken Rote-Khmer-Tribunal

4. März 2013, 08:22
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Protest gegen ausbleibende Bezahlung - Drahtzieher des Regimes der 1970er Jahre sollen zur Rechenschaft gezogen werden

Phnom Penh - Beim Völkermordtribunal in Kambodscha streiken die Dolmetscher. Die Kambodschaner, die die Anhörungen ins Englische und Französische übersetzen, protestieren damit gegen ausbleibende Bezahlung. Sie haben nach Angaben von Tribunalssprecherin Yuko Maeda seit November keine Gehälter mehr bekommen. Das Tribunal stellte die Anhörungen am Montag ein. "Sie wollen den Boykott aufrechterhalten, bis sie bezahlt werden", sagte Maeda.

Vor dem Tribunal außerhalb der Hauptstadt Phnom Penh werden die noch lebenden Drahtzieher des Rote Khmer-Schreckensregimes (1975-79) zur Rechenschaft gezogen. Unter der Gewaltherrschaft der Maoisten kamen bis zu zwei Millionen Menschen um. Drei Angeklagte stehen unter anderem wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor Gericht. Einer von ihnen, Ex-Außenminister Ieng Sary (87), wurde am Montag zum wiederholten Mal ins Krankenhaus gebracht.

Das Tribunal wird gemeinsam von den Vereinten Nationen und der kambodschanischen Regierung betrieben. Es ist vereinbart, dass die UNO mithilfe von Spenden Japans, der EU und anderer Länder die Gehälter der internationalen Angestellten zahlt und Kambodscha die heimischen Mitarbeiter entlohnt. Die Regierung meint aber, die kambodschanischen Gehälter sollten auch aus Spendengeldern finanziert werden. (APA, 4.3.2013)

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