Alpine: Banken und Bund einigen sich auf Rettungsplan

3. März 2013, 21:27
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Grundsatzeinigung des Baukonzerns mit Banken und Republik

Wien - Es wurde, wie erwartet, ein heißer Endspurt, der die Teilnehmer in letzter Minute ins Ziel brachte. Am Sonntagabend haben sich die Gläubiger der angezählten Salzburger Alpine auf die Rettung des Baukonzerns verständigt. Ohne diese "Grundsatzeinigung", von der DER STANDARD erfahren hat, hätte die Alpine am Montag Insolvenz anmelden müssen.

Zünglein an der Waage war, wie berichtet, die Republik. Die rund 48 Banken und Versicherer hatten sich am Freitag auf einen Schuldenschnitt um 30 Prozent geeinigt - den Bund, der für Kredite im Volumen von 151 Mio. Euro haftet, konnten sie freilich nicht breitschlagen, zugunsten der Banken 45 Mio. Euro rauszurücken. Er könne aus gesetzlichen Gründen nur im Insolvenzfall zahlen, lautet seine Rechtsansicht. Ab Sonntagnachmittag wurde also erneut verhandelt, das Ziel, den "gordischen Knoten zu durchschlagen" (ein Verhandler) wurde dann am frühen Abend erreicht.

Wie der Knoten genau durchschlagen wurde, soll heute,  Montag, bekannt gegeben werden. Laut Informationen aus Verhandlerkreisen dürften sich  die Banken, denen die Alpine rund 520 Mio. Euro schuldet,  mit dem Bund auf eine Art Stundung verständigt haben. Die Bankkredite, für die der Staat mit 151 Mio. Euro haftet, wurden einst in zwei Tranchen vergeben; sie werden nun nacheinander fällig. Die Alpine kann zwar nicht zahlen, die Finanzinstitute werden den Bund jetzt aber trotzdem nicht in Anspruch nehmen, sondern "seinen" Anteil von 45 Mio. Euro selbst schlucken.

Die einzige Leistung, die der Bund erbringt: Er haftet im Insolvenzfall trotzdem weiter für die Gesamtsumme (ohne Abzug der 45 Mio.) - sollte die Alpine doch noch pleite gehen, muss der Bund also die 151 Millionen auf den Tisch der Banken legen.

Abseits der Abstriche der Gläubiger muss der Baukonzern, der rund 15.000 Mitarbeiter beschäftigt, auch selbst zu seiner Rettung beitragen. Etliche Konzerngesellschaften wie die Hazet-Bau, Alpine Energy und GPS Underground Engineering werden versilbert. Warum eine Pleite der Alpine für Banken wie Sozialministerium so beängstigend ist: Sie würde auch jede Menge Zulieferer in ihrer Existenz gefährden. (gra, DER STANDARD, 4.3.2013)

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