Eigene Busse für palästinensische Arbeiter im Westjordanland

3. März 2013, 16:31
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Zeitung: Israelis haben Angst vor Terroranschlägen in öffentlichen Verkehrsmitteln

Tel Aviv/Ramallah - Israels Transportministerium will von Montag an Sonderbusse für Palästinenser im Westjordanland einsetzen. Das Ministerium bestätigte am Sonntag Medienberichte, wonach zwei neue Buslinien eingesetzt werden sollen, um Palästinenser mit Arbeitsgenehmigungen aus dem Westjordanland nach Israel zu bringen. "Es gibt aber keinerlei Anweisung des Transportministeriums, palästinensische Arbeiter daran zu hindern, (andere) öffentliche Verkehrsmittel in Israel oder Judäa und Samaria (Westjordanland) zu benutzen", hieß es gleichzeitig in der Stellungnahme.

Die israelische Zeitung "Jediot Achronot" schrieb hingegen unter Berufung auf mehrere Busfahrer, Palästinenser sollten von Montag an gebeten werden, andere Linien der Busgesellschaft Afikim im Westjordanland nicht mehr zu benutzen. Hintergrund der neuen Buslinien nur für Palästinenser seien Beschwerden von jüdischen Passagieren, schrieb das Blatt. Sie hätten Angst, dass Terroristen öffentliche Buslinien benutzen könnten, um Anschläge auf Israelis zu verüben. In überfüllten Bussen sei es mehrfach zu körperlichen Auseinandersetzungen zwischen jüdischen und arabischen Passagieren gekommen.

Die neuen Buslinien für Palästinenser sollen von einer Straßensperre des Militärs in der Nähe von Kalkilia im Westjordanland nach Tel Aviv fahren. Ziel sei es, "den Service für Palästinenser zu verbessern, die nach Israel reisen", hieß es in der Stellungnahme des Transportministeriums. Andere Transportmittel seien deutlich teurer. Knapp 50.000 Palästinenser im Westjordanland haben Arbeitsgenehmigungen in Israel. (APA, 3.3.2013)

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