Materialwissenschafter diskutieren über Thors Hammer

3. März 2013, 16:48
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Und für die ganz Hartgesottenen gibt es noch ein paar Überlegungen zu Supermans Super-Ausscheidungen

Thor und Captain America: Szene aus "The Avengers".

Thors Hammer Mjölnir darf als eine der bekannteren Waffen im globalen Sagenschatz gelten. Große popkulturelle Bekanntheit über die Mythologie hinaus erlangte er - wie auch der Donnergott selbst - nicht zuletzt durch die Marvel-Comics um das Superhelden-Team der "Avengers". Die Verfilmung hat dies noch einmal potenziert.

Der nordischen Mythologie zufolge wurde Mjölnir von Zwergen geschmiedet und besteht aus Eisen. Bei Marvel ist es das fiktive Metall "Uru", das unvergleichliche Härte mit geringem Gewicht verbindet - dafür musste der Hammer aber auch im Inneren eines sterbenden Sterns geschmiedet werden.

Dies hat unlängst zu einer augenzwinkernden, aber ernsthaft durchgerechneten materialwissenschaftlichen Diskussion geführt. Der Astrophysiker und TV-Präsentator Neil deGrasse Tyson twitterte, dass Mjölnir aufgrund seiner Herkunft nicht die angegebenen etwa 20 Kilo wiegen müsste, sondern in etwa so viel wie eine "Herde" von 300 Milliarden Elefanten - da würde dann wohl auch Thor der Arm erlahmen. Woraufhin sich der Materialwissenschafter Suveen Mathaudhu von der North Carolina State University mit einer eigenen Kalkulation einschaltete und erklärte, deGrasse Tyson habe sich geirrt. Mathaudhu hat sogar einen Kandidaten dafür parat, was "Uru" sein könnte: Metallischer Wasserstoff.

--> North Carolina State University: "Thor's Hammer Is Not That Heavy (But It Is Scientifically Interesting)"

Gewissermaßen materialwissenschaftlich ist auch ein jüngerer Eintrag im Blog io9.com, der sich einer anderen Comicfigur widmet: Superman. Insbesondere dessen bislang nie beschriebenen "Superkräften", die er eigentlich auch haben müsste, wenn man seine körperlichen Besonderheiten konsequent weiterdenkt. Dass Körperausscheidungen von Kot bis Bronchialschleim für die stets nach neuen Ideen suchenden Comic-Autoren nie ein Thema waren, liegt schlicht und einfach am Ekelfaktor. Selbst Filmregisseur Roland Emmerich ließ sich ja von seiner Idee abbringen, Godzilla wie ursprünglich geplant feurige Fürze ausstoßen zu lassen.

--> io9.com: "The 8 Incredibly Gross Powers Superman Doesn't Even Realize He Has"

Zu diesem Themenkreis gibt es übrigens auch einen fundierteren Beitrag, den man als echten Klassiker bezeichnen darf: 1971 legte SF-Autor Larry Niven in einem Essay dar, warum es für "eine Frau mit den Initialen LL" keine gute Idee wäre, mit Superman Sex  zu haben:

--> Larry Niven: "Man of Steel, Woman of Kleenex"

(red, derStandard.at, 3. 3. 2013)

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