Firefox OS: Tester (noch) nicht überzeugt

3. März 2013, 13:06
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Hersteller setzen große Hoffnungen in das Mozilla-System – für Tester ist "Web-als-App"-Ansatz ungeeignet

2013 ist das Jahr der Android- und iOS-Herausforderer wie Ubuntu Phone, Firefox OS und Tizen. Vor allem Firefox OS hat das Interesse der Industrie geweckt und soll in Schwellenländern etabliert werden. Bei ersten Testern hinterlässt Firefox OS derzeit allerdings einen gemischten Eindruck.

"Web-als-App" nicht geeignet

Da Firefox OS komplett auf den offenen Standards HTML5, JavaScript und CSS basiert, sollen Entwickler Apps mit minimalen Anpassungen aus den mobilen Webservices erstellen können. Engadget-Autor Terrence O'Brien kritisiert, dass der Ansatz Web-als-Apps für eine vollständige und flüssige User Experience jedoch nicht geeignet sei.

Performance-Probleme

HTML5 habe bei geringer Bandbreite mit Performance-Problemen zu kämpfen. Das habe man etwa auch bei Facebook herausfinden müssen. Mit schnellen 3G- und 4G-Netzen sei das zwar kein Problem, doch in den anvisierten Schwellenländern sei der Ausbau noch nicht weit vorangeschritten. Die meisten Apps würden jedoch eine konstante Internet-Verbindung voraussetzen.

Preis-Frage

Ein weiterer Knackpunkt werde der Preis der Firefox-OS-Smartphones sein. Das Geeksphone Peak soll um etwa 200 US-Dollar auf den Markt kommen. Ähnlich ausgestattete Android-Modelle seien ohne Vertrag aber schon um 100 Dollar oder weniger zu haben. Zudem sei zu erwarten, dass Apps für das das Web-basierte Firefox OS einen höheren Datenverbrauch aufweisen werden, so Engadget. Den Datenverbauch können Nutzer bei Firefox OS jedoch überwachen.

Gemischte Eindrücke vom ZTE Open

Auf dem Mobile World Congress wurde auch das ZTE Open mit Firefox OS präsentiert, wenngleich vorerst nur in einer Preview-Version. Boy Genius Report bezeichnet die Navigation durch das Betriebssystem als "schwerfällig". Anders stuft man das System bei Techcrunch ein. Apps würden schnell starten, gelegentliche Performance-Probleme führt man auf die Hardware zurück.

Breite Unterstützung

Dem gegenüber gegenüber steht die breite Unterstützung aus der Industrie. So haben LG, ZTE, Huawei, Alcatel und zuletzt auch Sony bereits angekündigt, Smartphones mit dem System von Mozilla auf den Markt zu bringen. Das Unternehmen konnte dazu 18 Netzbetreiber für sich gewinnen. Bei der Präsentation des Systems auf dem Mobile World Congress betonte Mozilla, dass das System auch auf schwächerer Hardware eine gute Performance bieten werde.

Hürden für Schwellenländer

Konstante Netzabdeckung und teurere Tarife seien vor allem in Schwellenländern, die Mozilla mit Firefox OS verstärkt anvisiere, eine Einstiegshürde. Firefox OS biete nichts, was Nutzer in entwickelten Märkten wollen und nichts, was Nutzer in in Schwellenländern brauchen, so das Urteil von O'Brien. 

Potenzial

Für die Tester von Techcrunch hat Firefox OS "definitiv Potenzial", müsse aber noch besser werden. Im aktuellen Stadium könne es mit günstigen Android-Smartphones noch nicht konkurrieren. Beobachter sehen einen Erfolg für Firefox OS nur dann, wenn Geräte günstiger als Android angeboten werden und es eine gute Performance liefert. (br, derStandard.at, 3.3.2013)

  • Firefox OS hinterlässt einen gemischten Eindruck.
    foto: mozilla

    Firefox OS hinterlässt einen gemischten Eindruck.

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